Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu haben genügt nicht, Du musst es auch richtig machen.
Das eine BU Versicherung wichtig ist setzt sich so langsam in der Bevölkerung durch.
Das heißt zwar nicht das es dann auch jeder macht, aber das Bewusstsein steigt und das ist der erste Schritt. Schauen wir uns die 4 Fehler an, die nicht nur die schlimmsten Folgen für dich haben, sondern die leider auch am häufigsten gemacht werden.

 

Erster Fehler

 

In Deutschland ist es so geregelt, das Vater Staat keinen im Regen stehen lässt. Wenn Du also, um beim Thema zu bleiben, aufgrund einer Erkrankung kein Einkommen mehr erzielen kannst und auch die Erwerbsminderungsrente vom Staat nicht bekommst, lässt dich der Staat nicht hängen.
Übrigens ich habe über 30 Kunden, die berufsunfähig sind und alle bekommen die Berufsunfähigkeitsrente, aber keiner bekommt die Erwerbsminderungsrente.

Aus Sicht des Staates bist du dann Hartz IV. Dann bekommst du (bitte nicht auf die Zahl festnageln) zum Leben 432 Euro, weil er sagt, mit weniger kommst du nicht rum.
Dazu übernehmen wir die Wohnkosten (bei Mietern die Kaltmiete, die Nebenkosten: Heizkosten und die Energie für die Warmwasseraufbereitung), wenn sie angemessen sind. Aktuell für 2020 für einen Single nochmal 364,50 Euro. Also zusammen geben wir dir 796,50 Taler.
Damit musst du klarkommen.

Jetzt hast Du aber eine BU Rentenversicherung, die auch dir eine Berufsunfähigkeitsrente zahlt. Bis hierhin also schon mal alles richtig gemacht. Die Rentenhöhe hast du auf 700 Euro im Monat festgelegt.
Was jetzt aber passiert, ist vielen gar nicht bewusst.
Vater Staat sagt ja, mit weniger als 796,50 Euro kannst du nicht leben. 700€ bekommst du ja von deiner Berufsunfähigkeitsversicherung. Also legen wir noch 96,50 Euro ontop.
Du hast also nicht mehr als ohne BU Versicherung. Ich will jetzt hier keine Empfehlung aussprechen lieber gar keine Absicherung deiner Arbeitskraft zu machen. Nein, ich will endlich zum Punkt kommen und dir Fehler Nummer eins nenne. Aber der ist dir jetzt sicher schon selbst klar geworden.
Mach nicht den Fehler die Berufsunfähigkeitsrente zu gering abzusichern.

Nutze einen Haushaltsplaner und sichere die Kosten hab, die du auch bei Berufsunfähigkeit weiter hast.
Am besten verabschiedest du dich auch gleich von der Argumentation: „Ja aber, wenn ich berufsunfähig bin, kann ich ja eh nichts mehr machen. Da brauche ich nicht mehr so viel Geld“.
Von wegen!
Alle meine berufsunfähigen Kunden nehmen normal am Leben teil. Die treiben Sport, gehen ins Fitnessstudio, die fahren in den Urlaub. Noch öfters als vorher. Wenn du mehr Zeit hast, gibst du mehr Geld aus. Zalando Amazon und Co. lässt grüßen.

 

Zweiter Fehler 

 

Sehr oft sehe ich BU-Verträge mit einer Laufzeit bis Endalter 55 oder 60.
Das kann zwei Gründe haben:
1. Berufsbedingte Endalter Begrenzung
2. Beiträge einsparen.
Das Ergebnis ist in beiden Fällen gleich. AB 55 bzw. 60 bis zum Erhalt der gesetzlichen Rente (frühestens mit 62 oder 63) hast du kein Geld mehr. Du bist also wieder, um beim obigen Beispiel zu bleiben der 796,50 Euro Hartz-IV-Fall. Und auch wenn du noch irgendwo etwas dazuverdienst und dann bei 900 oder 1.000 Euro landest. Erstens ist das nicht garantiert und zweitens musst du von einem auf den anderen Tag deinen Lebensstandard drastisch reduzieren. Wenn du jetzt 2.000 Euro Berufsunfähigkeitsrente versichert bzw. erhalten hast, benötigst du ab 55 bis 63 ca. 192.000 Euro. Lies das btte nochmal: 192.000 Euro. Wie fianzierst du diese Zeit?

Wenn du eine kürzere Laufzeit wählst, aus welchen Gründen auch immer, dann benötigst du ein Konzept, wie du diese Lücke kompensierst. Wie das funktionieren kann, kannst du dir hier ansehen. Hast Du kein Konzept, dann muss die Leistungsdauer deiner Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum Renteneintritt gewählt werden.

 

Dritter Fehler

 

Sehr oft höre ich, dass du auf jeden Fall nur eine „Single BU“ abschließen sollst. Also eine Berufsunfähigkeitsversicherung, bei der nur im BU Fall gezahlt wird. Es handelt sich hier um eine reine Risikoversicherung. Es wird also keine Ablaufleistung fällig, da kein zusätzlicher Sparanteil eingeschlossen ist. Klassische Beispiele für reine Risikoversicherungen sind die private Unfallversicherung, die Risikolebensversicherung oder aber auch die private Haftpflichtversicherung.

Hier ist meines Erachtens der Fehler zum einen bei den Versicherungen selbst zu suchen und zum anderen, dass nicht praxisorientiert gedacht wird.
Was ich meine, dazu komme ich gleich.
Wenn du nun mit 30 oder 40 berufsunfähig wirst, erzielst du also kein Einkommen mehr. Also zahlst du und auch dein Arbeitgeber, den du ja ab dann nicht mehr hast, keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung mehr ein. Und wenn du im Vorfeld ein Altersvorsorgekonzept hattest, dann hast du deine zu erwartende Rente aus der Gesetzlichen Rentenversicherung in das Konzept mit eingebaut. Und zwar so, als würdest du bis 63, 65 oder 67 arbeiten gehen würdest. Jetzt tust du das aufgrund der Berufsunfähigkeit aber nicht mehr. Also wird deine Altersrente deutlich geringer ausfallen. Nehmen wir weiterhin an, du hast eine entsprechend sinnvolle BU Rentenhöhe abgesichert, dann geht es dir ab dem Rentenalter schlechter (finanziell). Denn von einer Theorie kannst/ solltest du dich gleich verabschieden. Du wirst sicher nicht im BU Fall deinen Lebensstandard herunterschrauben, nur um deine Altersvorsorge aufrechtzuerhalten. Von meinen Kunden macht das keiner. Müssen sie aber auch nicht.
Warum?
Wir haben zu einem Ihre Altersvorsorge bis zu der Höhe, die auf jeden Fall benötigt wird über Versicherungen dargestellt. Und weil wir das so getan haben, konnten wir in allen Verträgen eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit einbauen. Fachlich korrekt lautetet die Tarifbezeichnung „Berufsunfähigkeitszusatzversicherung“.
Und hier kommt die „Kritik“ an die Versicherungsgesellschaften. Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeitsversicherung und Berufsunfähigkeitszusatzversicherung wird hier nicht deutlich genug herausgestellt. Woher ich das weiß? Ich habe täglich Kontakt zu Kunden und Interessenten. Wenn ich darauf zu sprechen kommen, höre ich:
„Ja, BU habe ich schon.“ Das wird oft verwechselt bzw. in einen Topf geworfen.

Wenn du nun also in deine Riester Rente, in deine Basis Rente, in deine Betriebliche Altersvorsorge die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit einschließt und einen Toptarif wählst, passiert hier folgendes:
Ab dem Tag der von der Versicherung anerkannten Berufsunfähigkeit übernimmt die Versicherung die Beitragszahlung und garantiert deine Altersrente. Und was sie noch tut, sie macht jedes Jahr eine Dynamik von 5, 6, oder 7 %. Damit fängst du die Lücke (zumindest teilweise) in der gesetzlichen Rentenversicherung auf.
Das ist gelebte Strategie. Nicht ETF; keine Kosten und Rendite auf Teufel komm raus.

Und wie sieht es denn mit deiner Betrieblichen Altersvorsorge aus? Dein Arbeitgeber zahlt keine Beiträge mehr in deinen BAV Vertrag, sobald du berufsunfähig bist. Genaugenommen hast du keinen Arbeitgeber mehr.
Wirst du dann deinen Anteil und den deines ehemaligen Arbeitgebers weiterzahlen, wenn du berufsunfähig bist? Nein, wirst du nicht. Das blanke Theorie und wird in der Praxis nicht funktionieren.
Fazit: Eine „Single BU“ ja, denn sie hat schon einige nicht zu verachtende Vorteile, aber dann bitte deine Altersvorsorge für den Grundstock über Versicherungen mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung!

 

Vierter Fehler

 

Alle meine Kunden, die eine Leistung aus ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt haben, bekommen auch die Rente. Das liegt daran, dass ich mir mit dem Kunden zusammen wirklich Zeit nehme, sobald wir bei den Gesundheitsfragen angelangt sind. Ich interpretiere da nichts hinein. Ich motiviere den Kunden nicht, Dingen zu verschweigen. „Was du hattest mal was mit dem Rücken? Schlimm? Alles wieder gut? Dann musst du das nicht angeben.“
Schwachsinn! Du musst es angeben!
Ich empfehle jedem Kunden eine Krankenkassenauskunft einzuholen. Wie das geht, kannst du hier dir nochmal anschauen.
Die Masse der abgelehnten Leistungsanträge aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind auf die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht zurückzuführen. So jetzt noch mal in Verbrauchersprache: Von allen abgelehnten Berufsunfähigkeitsrenten wurden beim Großteil die Gesundheitsfragen bei der Antragsstellung nicht korrekt beantwortet.

Wenn dein Berater sagt, das ist nicht wichtig, steh auf und geh. Jetzt in Zeiten der Online Beratung hast du es sogar noch einfacher. Beende einfach die Übertragung und suche dir einen anderen. Vermeide es eine BU – Versicherung online abzuschließen.
Vermeide Fehler Nummer 4 und beantworte die Gesundheitsfragen zu 100 Prozent korrekt.

Wenn du mich fragst, ob du eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchst, wird meine Antwort sein:
Ich hoffe nicht, aber du solltest eine haben!

Alles Gute und bleib gesund.