Ob du berufsunfähig oder arbeitsunfähig bist, kann dir im Alltag egal sein. Beides ist doof. In beiden Fällen bist du zu krank, um zu arbeiten. Ist es also überhaupt wichtig, ob du berufsunfähig oder arbeitsunfähig bist? Und wenn ja, wann? Gehen wir der Sache auf den Grund.

Bist du berufsunfähig oder arbeitsunfähig?

Der einfachste Unterschied besteht in der Zeit. BU ist dauerhaft, AU ist vorübergehend.  Jeder von uns hat sich schon mal vom Arzt krankschreiben lassen, oder? Und genau in dem Moment bist du arbeitsunfähig. Du kannst vorübergehend nicht mehr arbeiten.

Ich will nicht groß ins Detail gehen, sonst verwirre ich euch bloß. Nur ganz kurz: Normalerweise müsste dein Arzt prüfen, ob du in deinem Beruf nicht mehr arbeiten kannst. Oder ob sich dein Gesundheitszustand verschlimmern würde, wenn du arbeitest. Aber in der Praxis ist es dem Arzt egal, was du tatsächlich arbeitet. Wenn du krank bist, bekommst du deine AU-Bescheinigung.

Ob du berufsunfähig bist, kann der Arzt gar nicht prüfen. Warum nicht? Nun, es gibt in der gesetzlichen Versicherung keine Berufsunfähigkeit mehr, wenn du nach dem 01.01.1961 geboren bist. Das, wovon wir hier sprechen, ist Berufsunfähigkeit nach dem §172 Versicherungs-Vertragsgesetz.

Und wenn wir es ganz genau nehmen, stimmt nicht mal das. Was meine ich nun damit?  Im VVG ist lediglich von dauerhaft die Rede. Eine Zeitangabe fehlt hier. Mittlerweile ist jeder Tarif besser als die Definition im VVG. Da haben die Versicherer z.B. das „auf Dauer“ durch 6 Monate ersetzt.

Kannst du berufsunfähig UND arbeitsunfähig sein?

Aufgrund dieser „guten Tarife“  ist AU und BU durch die Zeit nicht mehr so leicht zu unterscheiden. Nach 6 Monaten muss eine Krankheit noch lange nicht dauerhaft sein. Wäre ja furchtbar! In der Praxis liegt der größte Unterschied zwischen AU und BU darin begründet, dass der BU-Versicherer ganz genau prüft, was ich gearbeitet habe.

Denn berufsunfähig bist du ja nur, wenn du zur Hälfte nicht mehr arbeiten kannst, bzw. wenn du kein sinnvolles Arbeitsergebnis mehr erzielen kannst. Wie gesagt in deinem zuletzt ausgeübten Beruf. Und da macht es eben einen Unterschied, ob du Schmied oder Quantenphysiker bist. Der eine kann mit einem Bandscheibenvorfall nicht mehr arbeiten, der andere u. U. schon. Ich weiß, in der Theorie müsste das auch bei der AU eine Rolle spielen. Ist aber in der Praxis nicht so. Du könntest also mehr als 6 Wochen arbeitsunfähig sein und das mit Krankschreibungen auch beweisen, aber BU bist du deswegen noch nicht. Denn bei Berufen, die du im Sitzen erledigen kannst, sind körperliche Einschränkungen nicht so wichtig, wie bei unserm Schmied.

https://youtu.be/KBrXwS1ciYk

 

Muss ich beides versichern?

Wenn du gesetzlich versichert bist, hast du Anspruch auf Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit. Hast Du auch noch eine private BU-Versicherung kannst da auch beides gleichzeitig bekommen, sofern du in deinem Beruf länger als 6 Monate berufsunfähig bist und gleichzeitig krank geschrieben. Aber Achtung, ich spreche vom gesetzlichen Krankengeld, nicht von der privaten Krankentagegeldversicherung.

Wenn Du nicht gesetzlich versichert bin, sondern ein privates Krankentagegeld bekommst, oder du zur gesetzlichen KV ein privates Krankentagegeld versichert hast, kannst du nicht gleichzeitig berufsunfähig sein. Das ist so in den Bedingungen geregelt. Ist irgendwie logisch, aber irgendwie auch total doof. Die Logik dahinter ist, dass etwas nicht gleichzeitig dauerhaft und vorübergehend sein kann. Logisch. Da aber alle Tarife nach 6 Monaten schon von einer dauerhaften Berufsunfähigkeit ausgehen, schneidet sich das. Aber so ist das eben. Dafür gibt es halt dieses Vertragsrecht.

Heist für dich jetzt konkret, Sobald du Leistungen aus deiner Berufsunfähigkeitsversicherung beziehst, entfallen alle privaten Krankengelder ab dem Tag der Leistung der BU Versicherung. Das heisst auch, wenn die BU Rente rückwirkend gezahlt wird, musst du bereits erhaltenes Krankengeld zurückzahlen.

Brauchst Du nun für beide Fälle eine Absicherung?

In meinen Augen muss ich nur das absichern, was mir richtig weh tut. Wenn ich vorübergehende Einbußen aushalten kann, muss ich kein Krankentagegeld versichern. Sollte ich da aber schon finanzielle Probleme bekommen, muss ich es versichern. Zumindest so lang, bis ich mir dieses Polster aufgebaut habe. Also mindestens 30% des Nettoeinkommens für 6 Monate. Ich rate aber eher zu 12 Monaten. Warum? Nun in den wenigsten Fällen wird sofort ab dem 6. Monat die BU Versicherung sofort zahlen. Du musst die BU Rente beantragen. Es müssen Unterlagen eingereicht werden. Arztauskünfte, Krankenkassenauskünfte müssen besorgt werden. Du musst eine mehrseitige Selbstauskunft ausfüllen. Dafür müssen Informationen; Unterlagen ect. zusammengetragen werden. Eventuell bist du so krank, dass du gar nicht sofort reagieren kannst. Dann wird von der Versicherung geprüft. Das kann schon mal etwas länger dauern. Fehlen dir also mtl. 500 Euro, halte ich ein Polster von 5.000 bis 6.000 Euro für ratsam.

 

Ich persönlich kenne ganz wenige Menschen, die ihr Arbeitseinkommen nicht brauchen. Wenn du ebenfalls auf dein Einkommen angewiesen bist, musst du es absichern. Und das geht am besten mit eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wenn du aufgrund Vorerkrankungen keine bekommst, dann alternativ eine Grundfähigkeitsversicherung, eine MultiRisk Versicherung, eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Wenn dir das jetzt alles zu schnell ging, dann kannst Du hier einen Termin buchen.