Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung sicherst du dein Einkommen ab, wenn du aus gesundheitlichen Gründen keines mehr erzielen kannst.

 

Es geht also um deine Existenz!

In diesem Kompendium 2019 geht es nicht darum, dich dazu zubringen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Vielmehr soll geklärt werden, was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung, wann leistet sie, wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung und was ist in einer Berufsunfähigkeitsversicherung in 2019 wirklich wichtig.

Ich möchte dir die Informationen an die Hand geben, die du benötigst, um zu entscheiden, ob du eine BU-Versicherung benötigst. Und zwar ohne die Suggestion eines Vermittlers.

Klar, ich bin auch Vermittler, aber ich lasse hier mal meine Meinung weg und konzentriere mich auf Fakten. Ich versuche es durchgehend zu beherzigen. Auch wenn ich ein Experte bin, bin ich auch nur ein Mensch.

Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte wird behandelt. Bei dieser Personengruppe sprechen wir von der Dienstunfähigkeitsversicherung.

Welche Alternativen gibt es zu Berufsunfähigkeits-Versicherung. Produkte wie Grundfähigkeitsversicherung, Schwere Krankheiten Versicherung, Krebsversicherung, Multi-Risk-Versicherung, Dread Disease Versicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung werden hier auch behandelt.

Dieser BU Blog wird einer der umfangreichsten im Netz werden, der ständig aktualisiert wird. Einzelne Abschnitte werden durch Erklärvideos zusammengefasst.

 

 

Was ist eine Berufsunfähigkeitversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Risikoversicherung und kein Sparvertrag. Wenn Du nicht berufsunfähig wirst, gibt es kein Geld zurück. Das ist genauso wie bei deiner KFZ Versicherung, deiner Privathaftpflichtversicherung, deiner Hausratversicherung, Wohngebäudeversicherung oder Unfallversicherung.

Wenn du nicht berufsunfähig wirst, gibt es kein Geld zurück! Auch wenn du die BU in Verbindung mit einer Rentenversicherung abschließt, bleibt es eine Risikoversicherung: Das Geld was am Ende rauskommt, ist aus der Rentenversicherung und nicht aus der Berufsunfähigkeits-Versicherung.

Im Gegenzug warst du dein ganzes Leben lang gesund und konntest arbeiten, konntest Geld verdienen.

Jeder, der Geld aus einer Berufsunfähigkeits-Versicherung erhält, ist logischerweise berufsunfähig und würde sehr gern mit dir tauschen. Zumindest ist das bei all meinen Kunden die berufsunfähig sind der Fall.

 

Und so funktionierte ein Berufsunfähigkeitsversicherung: 

Du bekommst eine mtl. Rente gezahlt, wenn du die Hälfte deiner Arbeitskraft eingebüßt, verloren hast.

Korrekt heisst es: Berufsunfähig bist du, wenn du wegen

zu mehr als 50% außerstande bist, deinen Beruf in genau den Tätigkeiten nachzugehen, wie du ihn zuletzt in gesunden Tagen ausgeübt hast.

Und schon haben wir Begrifflichkeiten, die einer zusätzlichen Erklärung bedürfen.

  • Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme(ICD ist das wichtigste, weltweit anerkannte Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen. Es wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben und regelmäßig aktualisiert. Physische Erkrankungen sind da auch mit drin.
  • Körperverletzungen, ist alles das, was von außen kommt. Also Dinge, die dir und deinem Körper zustoßen können und nicht zu den Krankheiten zählen. Das kann ein Unfall sein, ist aber hier nicht gemeint, da dem Unfall ein eigener Punkt gewidmet ist. Körperverletzung geht mit einer Gesundheitschädigung oder einer körperlichen Misshandlung einher.
  • Dann gibt es da noch den Kräfteverfall. Hier geht es um den mehr als altersentsprechenden Kräfteverfall. Der schein nur da zu sein, damit nicht hinten runterfällt, bzw. alle gesundheitlichen Gründe abgedeckt sind. Mir will beim besten Willen keine Form des Kräfteverfalls einfallen, die nicht als Krankheit oder Körperverletzung durchgeht. Und auch wenn in den Versicherungsbedingungen lediglich Kräfteverfall steht, wird sich der Versicherer im Leistungsfall auf die Rechtslage berufen. Wenn nicht explizit „wir leisten auch bei altersbedingtem Kräfteverfall“ in den Bedingungen steht, gilt der Kräfteverfall im Sinne des § 172 II VVG.
  • Bleibt noch der Unfall. Ein Unfall liegt vor, wenn du durch ein plötzlich, von außen, unfreiwilliges auf deinen Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) eine Gesundheitsschädigung erleidest.“ Dazu zählt der Autounfall, genauso wie der Skiunfall, der Sturz vom Baum oder das stürzen.

 

Dann war da noch so etwas mit 50% außerstande.

Was bedeuten 50% in der BU. Grundsätzlich erstmal die Hälfte. Also, wenn du vorher 8 Stunden gearbeitet hast und jetzt wegen gesundheitlichen Einschränkungen nur noch 4 Stunden arbeiten kannst, dann ist es schon sehr sinnvoll zu prüfen ob du nicht berufsunfähig bist.

Wichtig ist hier die zuletzt im gesunden Zustand ausgeübte Tätigkeit. Das muss nicht zwingend die Tätigkeit sein, die Du bei Abschluss der Berufsunfähigkeits-Versicherung ausgeführt hast. Warst Du bei Abschluss der Berufsunfähigkeits-Versicherung Technischer Zeichner und bist jetzt Höhlentaucher, dann wird das Höhlentauchen zur Beurteilung ob du berufsunfähig bist herangezogen. Ich schreibe hier bewusst Tätigkeit und nicht Beruf. Oft unterscheiden sich der Beruf von der tatsächlich ausgeführten Tätigkeit. Nicht immer wird das getan was in der Stellenausschreibung gefordert war, als du dich seinerzeit beworben hast.

 

Was ist ein sinnvolles Arbeitsergebnis?

Vorher 8 Stunden und jetzt noch 4 Stunden, also berufsunfähig, so einfach ist das ZUM GLÜCK nicht. Es spielen alle Tätigkeiten eine Rolle, die notwendig sind, um ein sinnvolles Arbeitsergebnis zu erzielen. So kann es sein, dass eine bestimmte Tätigkeit nur 10% aller deiner ausgeführten Tätigkeiten ausmacht, ohne die du aber kein sinnvolles Arbeitsergebnis erzielen kannst. Du also schon mit 10% weniger BU bist. Andersrum natürlich genauso.

Wenn Du aufgrund anhaltender Knieschmerzen dauerhaft Medikamente einnehmen musst, diese Medikamente es dir nicht erlauben Auto zu fahren, hast Du es als Außendienstler recht schwer. Deine Haupttätigkeit ist zwar die Kunden zu beraten, die Mitarbeiter zu schulen ect.. Aber wenn du nicht hinfahren kannst isses doof.

 

Umorganisation in Verbindung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung 

Und eine sogenannte Umorganisation darf der Versicherung nur bei Selbständigen verlangen.

Es gibt (zum Glück) wenige schlechte BU Tarife, die das auch bei Angestellten verlangen. Das ist dann richtig doof.

Aber was heisst das denn überhaupt.

Die Klausel Umorganisation berechtigt die Versicherung, von dir zu verlangen, deinen Arbeitsalltag so zu umzugestalten, dass du wieder arbeiten kannst.

Beziehen wir das mal auf das Beispiel mit den Knieschmerzen. Die Versicherung könnte von dir verlangen, auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen, oder im digitalen Zeitalter auf Online Schulungen auszuweichen. Sie könnte auch verlangen, eine Person einzustellen, die deinen Job übernimmt.

Natürlich gibt es Grenzen. Es muss noch mit deiner Tätigkeit zusammenhängen, du musst deiner Stellung als Chef noch gerecht werden können und es darf nicht zu Umsatzeinbußen kommen.

Beziehen wir das wieder auf unser Beispiel, ist es schon gar nicht mehr so einfach. Wenn du eine Person einstellst, hast Du Umsatzeinbußen durch erhöhte Lohnkosten.

Wenn du dagegen als Chef im Lager arbeiten würdest, wäre deine Stellung als Chef nicht gewahrt.

Wenn es dann im Leistungsfall seitens der Versicherung doch versucht wird, hilft dann nur noch ein Anwalt.

Man kann also sagen, dass die Umorganisation die Ausnahme ist.

Wie ist dann den jetzt, mit dem Verweisen auf andere Berufe?

Hier musst Du unterscheiden zwischen abstrakter und konkreter Verweisung! 

 

Was ist die abstrakte Verweisung? 

Der Versicherer kann durch die abstrakte Verweisung von dir verlangen, etwas anderes zu arbeiten. Das ist grundsätzlich auch erstmal doof!

ABER, so einfach ist das nicht und willkürlich darf er das natürlich nicht!

Der Beruf, auf den er dich verweisst, muss

  • Deinem Lebensstandard, deinem Ansehen deiner sozialen Stellung und deiner Ausbildung entsprechen.

Heisst, du darfst nicht deutlich weniger verdienen und du darfst nicht unter- oder überfordert sein.

Ab 20% weniger Gehalt wird es schon eng bis unmöglich. Je geringer dein Einkommen vorher war umso kleiner dürfen die Gehaltseinbussen sein. Hier gibt es Gerichtsurteile dazu. Auch da kann im Leistung/Streitfall ein Anwalt helfen.

Ansehen und soziale Stellung wird schon schwieriger. Auch Unter- und Überforderung spielen eine Rolle.

Also unterm Strich, ist es gar nicht so einfach für den Versicherer dich auf einen anderen Beruf zu verweisen.

Idealerweise verzichtet der Versicherer auf die Abstrakte Verweisung. Bei neueren Verträgen ist das so gut wie immer der Fall.

 

Was ist die konkrete Verweisung? 

Der Versicherer prüft ob Du bereits einen anderen Beruf ausübst (Konkret). Entspricht dieser Beruf deinem Lebensstandard, deiner sozialen Stellung und deinem Ansehen und verdienst du nicht mehr als 20% weniger, darf der Versicherer dich auf diesen Beruf verweisen bzw. die Leistung einstellen. Das darf er übrigens auch wenn du eine Umschulung oder Weiterbildung gemacht hast und in diesem neuen Beruf arbeitest.

Bei einer Nachprüfung prüfen alle Versicherer die konkrete Verweisung.

 

Es gibt eine Nachprüfung im Leistungsfall

Wenn du eine BU Rente erhältst, hat jeder Versicherer das Recht jedes Jahr zu prüfen ob er noch zu Zahlung der BU Rente verpflichtet ist.

Nicht mehr verpflichtet ist er, wenn Du einen Beruf ausübst, der deinem Lebensstandard, deinem Ansehen, deiner sozialen Stellung entspricht und du mindestens 80% deines Einkommens erzielst, das du vor Eintritt der Berufsunfähigkeit erhalten hast.

Wichtig: Wenn Du erstmalig BU Leistung beantragst, musst Du der Versicherung beweisen, dass Du BU bist.

Bei der Nachprüfung muss die Versicherung Dir beweisen, dass du es nicht mehr bist.

Zur Umschulung oder Weiterbildung darf dich die Versicherung nicht zwingen. Er darf die Leistung auch nicht einstellen, wenn Du es getan hast, aber noch keinen Job gefunden hast.

Du musst also nicht aus Angst davor, dass die BU Rente nicht weiter gezahlt wird auf eine Umschulung oder Weiterbildung verzichten!

Die Versicherung muss dir nachweisen

  • Dass sich dein Gesundheitszustand deutlich verbessert hat,
  • Du neue berufliche Fähigkeiten erlangt hast,
  • Du einer neuen Tätigkeit nachgehst UND
  • Mindestens 80% verdienst

Die Betonung liegt auf UND! Alle Punkte müssen erfüllt sein.

 

 

Die richtige Höhe der monatlichen Berufsunfähigkeitsrente

Bei der richtigen (falschen) Rentenhöhe, kannst du deinen finanziellen Ruin aktiv mitgestalten. Das trifft übrigens auch für die passende Laufzeit und die Beantwortung der Gesundheitsfragen zu. Gleichzeitig kannst du alle drei Dinge auch aktiv beeinflussen. Du hast es also in der Hand.

Jeder Vierte wird berufsunfähig. Und jeder Vierte hat eine Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit. Zumindest statistisch besteht die Möglichkeit, dass alles gut ausgeht. Mit Statistiken ist das aber so eine Sache…

Im Schnitt sind nur rund 700€ Euro Rente in der Berufsunfähigkeits-Versicherung versichert. Das dürfte in den allermeisten Fällen viel zu wenig sein. Nur wenn ich auf andere Einnahmequellen als das Arbeitseinkommen zugreifen kann, könnten 700 Euro für den Rest reichen.

Wie solltest du vorgehen? Wie ermittelst du die richtige BU Renten Höhe?

Beginne damit

  • alle Kosten aufzulisten, also Miete, Telefon, Kfz, Versicherungen, Altersvorsorge, Kinder, Finanzierungen. Nutze dazu gern meinen Haushaltsplaner .
  • Wieviel deiner Einnahmen gehen mtl. für Konsum drauf? Essen, Trinken, Urlaub, Kultur, Restaurant, Haustiere, Geschenke,
  • Was kostet dich deine Krankenversicherung und deine gesetzliche Rentenversicherung? Es kann vorkommen, dass im BU Fall du selbst die Beiträge aufbringen musst. Und das sind dann nicht nur ein paar Euro.

Zu den ermittelten Kosten addierst du nun die Beiträge der Krankenversicherung und der Rentenversicherung.

Jetzt hast du die Höhe der Versorgungslücke für den Fall der Berufsunfähigkeit.

 

Krankenversicherungsbeiträge auf die Berufsunfähigkeitsrente

Wann musst du denn nun Krankenversicherungsbeiträge zahlen?

Sobald du freiwilliges Mitglied in der Gesetzlichen Krankenversicherung bist!

Warst du vor Eintritt der Berufsunfähigkeit selbständig, bist du in der Regel freiwilliges Mitglied. Es könnte auch sein, dass du privat krankenversichert bist. Dazu komme ich weiter unten.

Ist die Berufsunfähigkeitsrente dein einziges „Einkommen“ wirst du freiwilliges Mitglied. Sobald du zusätzlich irgendein sozialversicherungspflichtiges Einkommen erzielst, bist du normalerweise kein freiwilliges Mitglied mehr. Damit entfällt dann auch die Beitragspflicht.

Hast du das nicht, musst du auf deine Berufsunfähigkeitsrente den vollen Krankenversicherungsbeitrag zahlen. Damit meine ich den Arbeitnehmer und den Arbeitgeberanteil. Natürlich kommt dann noch die Pflegeversicherung on top.

Im folgenden Beispiel wird klar, dass das keine Peanuts sind:

Du erhältst eine BU Rente von 2.000€

Ausgehend vom aktuellen allgemeinen Beitragssatz von 14,6% musst du 292€ Krankenversicherungsbeitrag zahlen.

  • Dazu kommt noch der Zusatzbeitrag von rund 1%. Das macht dann schon 312€
  • Fehlt noch 61€ bzw 66€ Pflegeversicherung je nachdem ob du Kinder hast oder nicht.
  • Unterm Strich bleiben von deinem 2.000€ noch 1.622€ 1 bzw. 1.627€ übrig.
  • 18,9% bzw 18,65% Krankenversicherungsbeitrag sind als fällig

 

Wer zahlt die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung, wenn du berufsunfähig bist?

Die Rente aus einer privaten Berufsunfähigkeitsrente ist kein rentenversicherungspflichtiger Einkommensbestandteil. Wenn also die Berufsunfähigkeitsrente deine einzige Einnahmequelle ist, wirst du als „beitragsfreies Mitglied“ in der Deutschen Rentenversicherung geführt.

Das hat zur Folge, dass deine Gesetzliche Altersrente geringer ausfallen wird als angenommen, weil du ja keine Beiträge mehr zahlst. Besonders wenn du in jungen Jahren berufsunfähig wirst, ist das ein richtig heftiger Einschnitt.

Dem kannst/solltest du entgegensteuern, indem du entweder

  • Die BU Rente höher ansetzt oder
  • In deinen privaten Altersvorsorgeverträgen eine Beitragsbefreiung bei BU mit Dynamik vereinbarst. Dann wird im BU Fall deine komplette private Altersvorsorge vom Versicherer weitergezahlt und er erhöht ihn auch jedes Jahr um den Dynamiksatz.

Praxisbezogen wird die Beitragsbefreiung mit Dyn. sinnvoller sein. Denn folgendes kann ich mir nicht vorstellen:

Ich werde berufsunfähig, bin also krank. Mein Körper hat mich angezählt. Er hat mir die gelbe Karte gezeigt. Und jetzt werde ich erstmal meinen Lebensstandard zurückschrauben, um zusätzliches Geld für meine Altersvorsorge flüssig zu machen.

Not really!

Wenn ich aber die Beitragsbefreiungsvariante mit Dynamik wähle, läuft das automatisch. Ich muss mir diese Gedanken gar nicht machen.

 

Die Laufzeit der Versicherung

Der nächste Punkt, mit dem du dich beschäftigen musst, ist die Laufzeit deiner BU Versicherung. Also wie lang soll dir im BU Fall eine BU Rente gezahlt werden?

Grundsätzlich so lang bis sich andere Einkommensquellen auftun. Das kann die vollständige Genesung sein, das kann eine Umschulung sein, eine Erbschaft, die gesetzliche Altersrente oder der Lottojackpot.

 

Genesung, Umschulung, Erbschaft kannst du nicht planen. Also kannst du sie auch nicht in deine Überlegungen einbeziehen.

Der Lottojackpot ist der unwahrscheinlichste von allen genannten Punkten.

Das einzige, was sicher ist, ist die gesetzliche Altersrente. Also, ich meine nicht die Höhe, sondern den Zeitpunkt. Obwohl, wenn ich so darüber nachdenke…..

Zum Regelrenteneintrittsalter erhältst du die gesetzliche Altersrente. Das ist auch der längst mögliche Versicherungszeitraum für eine Berufsunfähigkeitsrente. Es gib zwei Anbieter am Markt die einen Tarif mit einer lebenslangen Berufsunfähigkeitsrente anbieten. Über die Sinnhaftigkeit dieser Modelle berichte ich ein anderes Mal.

Wenn du also auf Nummer sicher gehen willst dann vereinbare eine Versicherungsdauer bis aktuell Endalter 67.

Je nach Höhe und Risikoklasse kann das recht teuer oder nicht bezahlbar werden. Also kann es notwendig sein hier andere Lösungen in Betracht zu ziehen. Denn an der Rentenhöhe solltest du auf keinen Fall sparen!!!

Eine Möglichkeit kann ein BU Plus Konzept sein. Wie das funktioniert, erfährst du hier .

Eine weitere Möglichkeit kann sein, dass du mehrere BU Verträge mit unterschiedlichen Laufzeiten nebeneinanderstellst. Mit Ende 50, Anfang 60 sind die Kinder ausgezogen, bzw. verdienen ihr eigenes Geld. Oder die Hausfinanzierung ist fertig. Diese Kosten hast du dann nicht mehr.

Dann könntest du bis Endalter 60 zwei BU Versicherung haben, deren gesamt versicherte Berufsunfähigkeitsrente alle Kosten bis dahin abdeckt. Mit 60 läuft dann der Vertrag aus, welcher für die Abdeckung der Kinderkosten oder der Hausfinanzierungskosten gedacht ist. Der zweite Vertrag läuft das weiter bis Endalter 67 und sichert alle weiterhin bestehenden Kosten ab.

Du kannst eine Grundfähigkeitsversicherung abschliessen. Auch dazu gibt es ein Video auf meinen Kanal. Eine Grundfähigkeitsversicherung ist um einiges günstiger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Nachteil ist, dass psychische Erkrankungen nicht versichert sind.

 

Die Gesundheitsfragen

BU Rentenhöhe steht, Laufzeit steht. Jetzt geht es daran den Antrag auszufüllen. Nimm Dir genügend Zeit dafür. Besonders die Gesundheitsfragen sollten deine volle Aufmerksamkeit bekommen.

Bitte merke Dir:


⇒ Jede einzelne Gesundheitsfrage ist genauso gemeint, wie sie dasteht. Da gibt es nichts zu interpretieren. ⇐


Auch dein Berater hat da nichts zu interpretieren.

Dein Versicherungsbeitrag berechnet sich aus, Alter, Beruf, Rentenhöhe, Laufzeit, Gesundheitszustand. Weicht etwas vom Normalzustand ab, muss die Versicherung neu kalkulieren.

Verschweigst du bei den Gesundheitsfragen Dinge oder vergisst sie einzutragen, verletzt du die vorvertragliche Anzeigepflicht.

Im Leistungsfall kann die Versicherung die Leistung verweigern. Im schlimmsten Fall sogar komplett vom Vertrag zurücktreten.

Was leider immer häufiger vorkommt, ist folgender Tatbestand: Ärzte rechnen falsch ab. Schreiben als falsche Diagnosen in die Krankenakte. Ob es aufgrund unzureichender Kommunikation zwischen dir und dem Arzt oder um es bei der Krankenkasse besser abrechnen zu können, sei mal dahingestellt und ich weiss es auch nicht zu 100 Prozent. Die Tatsache, dass es drinsteht, kann fatale Folgen haben.

Um 100%ig sicher zu sein, alle Gesundheitsfragen korrekt beantwortet zu haben, kannst du eine Krankenkassenauskunft  anfordern. Dies heftest du einfach als Kopie an den Antrag hintendran. Im Leistungsfall kann niemand behaupten, dass du Angaben nicht gemacht hast.

Wenn dein Berater sagt das ist nicht wichtig, oder das müssen wir nicht angeben, sagt er damit, dass es für die Beurteilung keine Rolle spielt. Wenn dem so ist, warum denn dann nicht angeben? Wenn es doch keine Auswirkungen hat, dann kannst du es auch angeben.

Bestehe darauf alles einzutragen!!

Übrigens bist du nicht verpflichtet Krankheiten, die nach der Antragsstellung aber vor der Antragsannahme durch die Versicherung aufgetreten sind, nachzumelden.

Auch das Rauchen gehört zu den Gesundheitsfragen. Beantworte auch die Frage nach dem Rauchen korrekt. Lies dir die Frage genau durch. Oft wird auch nach gelegentlichem Rauchen gefragt.

Jetzt fragst du dich sicherlich, wie die Versicherung dir den nachweisen will, dass du Raucher bist?

  • Kannst du mit 100%iger Sicherheit sagen, dass in deiner Krankenakte nichts vom Rauchen steht?
  • Wenn im Zuge der Leistungsprüfung ein Bluttest notwendig wird, wird oft auch gleich mit auf das Rauchen geprüft.

Mehr möchte ich jetzt nicht dazu sagen.

 

 

Statistiken

Wie hoch ist das Risiko berufsunfähig zu werden, gibt es Unterschiede bei den Berufen, den Geschlechtern dem Alter und was sind die Hauptursachen einer Berufsunfähigkeit?

Es ist nicht möglich exakte Zahlen von allem Versichern zu erhalten. Hier musste ich auf Hochrechnungen von Ratingagenturen zurückgreifen. Zusätzlich habe ich Daten von statista.com genutzt und Ableitungen aus der Gesetzlichen Rentenversicherung, die ich vom Statistischen Bundesamt bezogen habe.

Aktuell befinden sich rund 300.000 Berufsunfähigkeitsversicherungen im Leistungsfall. Das Gesamtvolumen beträgt dabei rund 2 Mrd Euro im Jahr. Das entspricht einer durchschnittlichen Jahresrente von  7.500€.

In 2018 wurden 45.000 Berufsunfähigkeitsungsfälle anerkannt. Diese Zahl steigt seit Jahren kontinuierlich an.

Mal ein Vergleich aus der gesetzlichen Rentenversicherung von 2016.

Da wurden 187.600 Anträge auf Erwerbsminderung bewilligt. 151.000 Anträge wurden abgelehnt.

Die deutlich höhere Anzahl resultiert sicherlich daraus, das die Anzahl der Versicherten um ein vielfaches höher ist, den die gesetzliche Rentenversicherung ist ja eine Pflichtversicherung.

 

Das sind die Berufe mit dem größten Anteil ein BU Fällen

..und dass die, mit dem geringsten Anteil

 

 

Die Infektionsklausel

Greift, wenn du von Gesetzes wegen ein Tätigkeitsverbot erhältst, weil du Träger bzw. Ausscheider einer ansteckenden Krankheit bist.

Sie greift also nicht, wenn du eine Infektion hast, krank bist und nicht arbeiten kannst. Sie greift, wenn Du nicht arbeiten darfst. Es wird dir behördlich untersagt. Interessant ist diese Klausel für Ärzte, Bäcker, Metzger…

Diese Klausel wird immer häufiger als das Top Argument ins Feld geführt, da noch nicht alle Versicherer die Infektionsklausel in ihren Bedingungen haben.

Wenn man einem der TOP BU Experten Glauben schenken darf, gibt es aktuell nur einen einzigen bekannten Fall, bei dem ein Berufsverbot erteilt wurde und die betreffende Person daraus berufsunfähig wurde. Einen Fall unter allen Versicherungsgesellschaften!

Es nehmen immer mehr Versicherer die Klausel mit in ihre Bedingungen auf. Böse Zungen können hier behaupten: Warum auch nicht, denn das Risiko für die Versicherung liegt bei 0%.

Denn berufsunfähig bist du ja, wenn du aufgrund von Krankheit, Verletzung, Kräfteverfall, Unfall kein ordentliches Arbeitsergebnis mehr erzielen kannst. Wenn Du infektiös bist, kannst du eben genau das nicht mehr. Das bedeutet, dass die Infektion mit dem Begriff  Berufsunfähigkeit abgedeckt sein dürfte.

Wenn du für dich die Klausel als wichtig erachtest, dann achte darauf, dass sie auch bei deinem Beruf greift. Oft ist sie nur auf einige wenige Berufe begrenzt.

 

Versicherungsschutz weltweit

Diese Klausel regelt, dass du nur bei Abschluss der Versicherung in einen deutschen Wohnsitz, ein deutsches Konto und einen Arbeitsplatz in Deutschland haben muss.

Wenn du im Anschluss im Ausland arbeitest, weil dein Arbeitgeber dich versetzt oder ab du aus eigenen Stücken Deutschland verlässt, hast du weiterhin vollen Versicherungsschutz.

Dabei spielt es keine Rolle, wie lang du im Ausland bist, ob du in Deutschland gemeldet bist und ob du dich in Krisenländern aufhältst.

Einige Versicherer schreiben jedoch vor, dass zur Anerkennung der BU die „erforderlichen ärztlichen Untersuchungen“ in Deutschland erbracht werden muss.

Wenn du also einen Beruf ausübst, bei dem Auslandsaufenthalte möglich sind, oder du privat noch nicht weisst, wo die Reise hingehen wird, schau dir diese Klausel genau an.

 

BU bei Pflege und Demenz

Die Definition Pflegebedürftigkeit ist in der privaten BU Versicherung nicht analog der gesetzlichen Pflegeversicherung. Während die gesetzliche nach Pflegestufen und der Unterscheidung zwischen ambulant und stationär unterscheidet, müssen bei der Berufsunfähigkeitspolice eine bestimmte Anzahl vor festgelegten Fähigkeiten dauerhaft eingebüßt worden sein. Es handelt sich dabei um so genannte Grundfähigkeiten, wie du sie auch in der Grundfähigkeitsversicherung findest.

Standard ist, bei zwei eingebüssten Fähigkeiten bist du im Sinne der privaten BU Versicherung pflegebedürftig und erhältst auch die BU Rente.

 

Prognosezeitraum (BU-Versicherung)

Damit tatsächlich eine Berufsunfähigkeit vorliegt, muss eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit belegt werden.

Dauerhaft heisst in der Sozialversicherung mindestens 3 Jahre. Das ist in den meisten Fällen gar nicht möglich und die wenigsten Ärzte werden sich für so einen langen Zeitraum festlegen (können).

Daher wurde der Prognosezeitraum eingeführt. Bei einem guten Bedingungswerk beträgt er 6 Monate. D.h., hält der Zustand der Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich mindestens diesen Zeitraum (6 Monate) an, gilt der Versicherte von Beginn an als berufsunfähig und erhält die Berufsunfähigkeitsrente.

Die Einschätzung dazu trifft dein Arzt, der auch den Grad der Berufsunfähigkeit feststellt. Eine zusätzliche Untersuchung durch einen Spezialisten, auf Wunsch der Versicherung, ist die Ausnahme.

In Fällen, in denen eine Prognose schwierig ist, gilt die Berufsunfähigkeit hilfsweise nach ununterbrochener Dauer von 6 Monaten als eingetreten. Gute Versicherungen zahlen in diesem Fall die Berufsunfähigkeitsrente auch rückwirkend.

 

Meldefrist 

Bei den Meldefristen ist es genau umgekehrt zum Prognosezeitraum. Hier gilt, je länger umso besser.

Kurze Meldefristen sind nachteilig, weil häufig zunächst unklar ist, ob die Erkrankung nur zu einer vorübergehende Arbeitsunfähigkeit oder einer langfristigen Berufsunfähigkeit führt. Verbraucherfreundlich sind Berufsunfähigkeitsversicherungen mit möglichst langen oder gar ganz ohne Meldefristen, bei denen die BU-Leistungen auch rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit gezahlt werden.

 

Rückwirkende Leistung bei verspäteter Meldung  

Häufig ist bei einer Erkrankung unklar, ob diese nur zu einer vorübergehende Arbeitsunfähigkeit oder einer langfristigen Berufsunfähigkeit führt. Manchmal kann die versicherte Person den Leistungsantrag auch aus gesundheitlichen Gründen nicht zeitnah stellen. Oder der Krankentagegeldversicherer zahlt noch das Krankentagegeld. So kann es dazu kommen, dass manche Versicherte erst nach vielen Monaten oder gar Jahren ihren Leistungsfall dem Versicherer melden. Gute Tarife mit verbraucherfreundlichen Versicherungsbedingungen leisten auch in diesen Fällen ohne eine Frist rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit.

 

Wiedereingliederungshilfe

Bei einigen Tarifen wird als Zusatzleistung des Versicherers eine Wiedereingliederungshilfe vereinbart. Diese wird geleistet, wenn die Leistungspflicht der Versicherungsgesellschaft endet, weil die versicherte Person aufgrund neu erworbener beruflicher Fähigkeiten eine andere Tätigkeit konkret ausübt und diese Tätigkeit ihrer Lebensstellung vor Eintritt der Berufsunfähigkeit entspricht. Ist eine solche Wiedereingliederungshilfe vereinbart, wird üblicherweise einmalig ein Betrag in Höhe von sechs Monatsrenten gezahlt. Auch hier gibt es Unterschiede in den Klauseln.

Ob Sie dich betreffen, ist z Bsp abhängig von der versicherten Rente. Nämlich dann, wenn der Versicherer in dieser Klausel eine Summenbegrenzung für die Wiedereigliederungshilfe festgelegt hat.

 

 

Nachversicherungsgarantie

Nicht alles im Leben ist planbar. Gerade in jungen Jahren kann deshalb kaum jemand vorhersagen, wie viel Geld er später zum Leben brauchen wird. Wie entwickelt sich der Job? Sind Kinder und ein Partner zu versorgen? Wird ein Haus gebaut? Ohne die Antworten auf diese Fragen zu kennen, lässt sich nur schwer das richtige Maß an Berufsunfähigkeitsschutz festlegen.

Damit die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) trotzdem langfristig zu Ihren finanziellen Bedürfnissen passt, ist es wichtig, dass der Vertrag flexibel ist. Eine Nachversicherungsgarantie oder eine sogenannte Beitragsdynamik ermöglichen es dir, die Höhe der vereinbarten Rente nachträglich anzupassen.

Mit einer Nachversicherungsgarantie kannst du die versicherte BU-Rente auf einen Schlag erhöhen, wenn sich deine Lebensumstände geändert haben.

Der große Vorteil: Dafür ist in der Regel keine erneute Gesundheitsprüfung nötig. Das bedeutet, auch wenn du in der Zeit seit Vertragsschluss krank geworden sind, darfst du deine BU-Rente aufstocken.

Meist ist die Erhöhung allerdings nur bei besonderen Ereignissen möglich, wie:

  • Geburt eines Kindes,
  • Heirat oder Scheidung,
  • Abschluss des Studiums, der Ausbildung oder einer Meisterprüfung,
  • Kauf einer Immobilie,
  • Gehaltserhöhung,
  • Beginn einer Selbständigkeit, oder
  • Ende der Pflichtmitgliedschaft in einem Versorgungswerk.

Wichtig zu beachten: Die Rente steigt nicht automatisch. Du musst die Erhöhung beantragen – und zwar innerhalb einer bestimmten Frist, meist drei Monate nach dem Ereignis.

Ohne eine solche Nachversicherungsgarantie sind Änderungen am Vertrag in vielen Fällen nicht so einfach möglich – wenigstens die Gesundheitsprüfung müssen Kunden häufig erneut durchlaufen. Besonders wichtig ist die Nachversicherungsgarantie deswegen für junge Kunden. Sie können so beim Vertragsabschluss von ihrer guten Gesundheit profitieren und die Rente später flexibel an ihr steigendes Einkommen anpassen.

Für die Nachversicherung gibt es auch Grenzen. Du kannst die BU-Rente in der Regel nur bis zu einem bestimmten Alter erhöhen. Oft endet die Möglichkeit mit dem 45. oder 50. Geburtstag. Außerdem bestimmen die Versicherer Höchstgrenzen, über die hinaus die Rente nicht aufgestockt werden darf.

Bei Gutverdienern, die bereits zu Vertragsbeginn eine relativ hohe Monatsrente vereinbart haben, greift die Nachversicherungsgarantie also unter Umständen nicht.

Der Nachteil beim Aufstocken der Rente: Die umfassendere Absicherung kostet auch mehr Beitrag. Für den Teil der Rente, den du aufstockst, schließt du quasi einen neuen Vertrag ab. Dabei wird das aktuelle Lebensalter zugrunde gelegt. So zahlst du für die nachträglich erhöhte Rente mehr, als hättest du eine gleich hohe Rente direkt bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung vereinbart.

Bei einigen Versicherern ist die Nachversicherung nur möglich, indem du für den zu erhöhenden Teil der Rente einen neuen Vertrag abschließt. Für diesen gelten dann unter Umständen andere Tarifbedingungen und Konditionen als für den ursprünglichen BU-Vertrag.

 

Dynamik in der BU Rente

Hier gilt es zu unterscheiden zwischen Dynamik während Du nicht berufsunfähig bist und der Dynamik, wenn Du eine Berufsunfähigkeitsrente erhältst.

Du kannst mit der Dynamik zwei Dinge erreichen, die wirklich entscheidend sind!

  1. Du kannst deine BU Rente an deine Versorgungslücke anpassen, wenn du aus gesundheitlichen Gründen eigentlich gar keine BU Versicherung mehr bekommen würdest.
  2. Du kannst durch die Dynamik der Inflation, dem Kaufkraftverlust entgegenwirken.

Die Dynamik wird oft negativ betrachtet, da sie naturgemäß mit einer Erhöhung des Beitrags einhergeht.

Besonders Personen mit einem Einkommen oberhalb von 2.000€ können durch die Dynamik Ihre Berufsunfähigkeitsrente ans hoffentlich steigende Einkommen ohne Gesundheitsfragen anpassen. Ab dieser Höhe endet oft die Nachversicherungsgarantie.

Und wer sinnvollerweise seine BU Versicherung mit Beginn der Ausbildung abgeschlossen hat, weiss doch da nicht, wie hoch sein Gehalt mit Anfang 40 ist.

Als 1989 die Mauer fiel, kostete ein Maß Bier auf dem Oktoberfest 12,80 DM und 1 Kg Brot 3,25 DM. 2019 kostete das Maß 11,80€ und das Kilo Brot bekommst Du für 2,43€. Hättest Du damals eine BU Rente von 1.000 DM versichert gehabt, wären das ohne Dyn. 511€;  Hartz 4!!

Es gibt unterschiedliche Modelle der Dynamik.

  • Begrenzung ans Einkommen
  • Begrenzung in der Höhe
  • Begrenzung in der Anzahl
  • keine Begrenzung

Welches Model für dich das richtige ist, ist von vielen Faktoren abhängig.

Anders sieht es bei der Dynamik im Leistungsfall aus 

Ab dem Zeitpunkt des Bezuges der BU Rente, zahlst Du ja keine Beiträge mehr. Zumindest, wenn du den richtigen Tarif gewählt hast.

Jetzt bekommst du entweder deine versicherte Rente gezahlt oder die Versicherung erhöht sie jedes Jahr um einen festgelegten Prozentsatz. Du hast jetzt keinen Einfluss darauf. Aber du hast bei Vertragsabschluss Einfluss darauf. Du kannst bei guten Tarifen festlegen um welchen Prozentsatz die BU Rente jährlich steigen soll. Optimal ist hier die durchschnittliche Inflation. Diese liegt bei 2 bis 3 Prozent.

 

Arztanordungsklausel

Diese Klausel schreibt vor, dass Versicherte die Behandlungsvorschläge eines Arztes weitgehend befolgen müssen, um eine schnelle Rehabilitation zu gewährleisten.

Wer die Behandlungen bzw. die Anordnungen des behandelnden Arztes jedoch nicht in Anspruch nimmt bzw. nicht befolgt, verliert unter Umständen seinen Anspruch auf die BU-Rente. Ein Verzicht auf die Arztanordnungsklausel ist daher sinnvoll.

Sollte der Arzt eine Operation anordnen und du entscheidest dich gegen den Eingriff, kann das negative Auswirkungen auf deinen Anspruch haben.

Eine Arztanordnungsklausel ist nur zumutbar, wenn sie die Durchführung operativer Behandlungsmaßnahmen ausdrücklich ausschließt. Zumutbar sind jedoch Forderungen zum Einsatz von Hilfsmitteln des täglichen Lebens (z.B. Verwendung von Prothesen, Seh- und Hörhilfen) sowie Heilbehandlungen, die gefahrlos und nicht mit besonderen Schmerzen verbunden sind und sichere Aussicht auf Besserung des Gesundheitszustands bieten.

 

Erwerbsunfähigkeitsklausel

Ist gut für die Versicherung und schlecht für dich als Versicherter.

Eine Ewerbsunfähigkeitsklausel erleichtert es der Versicherung dich auf andere Berufe zu verweisen und damit verschärft sie die Leistungsvoraussetzungen erheblich. Dann gilt eben nicht mehr 50% im zuletzt ausgeübten Beruf.

Dann wird es analog zur Erwerbsminderungsrente in der Deutschen Rentenversicherung gehandhabt. Eine gewisse Stundenzahl, egal in welchem Job.

Warum gibt es so eine Versicherung überhaupt noch.

Es gibt Berufe, die sind nicht versicherbar in der BU Versicherung.

künstlerische Berufe, Journalisten, Hilfsarbeiter ohne Ausbildung, Fensterputzer und Gebäudereiniger, Waldarbeiter, Abbrucharbeiter, Ballettlehrer, Landarbeiter, Nachtwächter, Zimmermädchen, Küchenhilfe, Raumpflegerin, Straßenreiniger, Brauereiarbeiter, Croupier, Fahrlehrer, Taxifahrer, Wachmann, Hausmeister, Detektiv, Druckereiarbeiter, Fabrikarbeiter, Montagearbeiter, Dockarbeiter, Schrotthändler.

 

(Grobe) Fahrlässigkeit 

Der Vorsatz und die Berufsunfähigkeit, die aus einer Straftat entstanden ist, sind nicht versichert.

Anders ist es bei der Fahrlässigkeit. Es wird hier unterschieden zwischen leichter Fahrlässigkeit, grober Fahrlässigkeit und Fahrlässigkeit im Straßenverkehr.

Zur leichten Fahrlässigkeit zählt zum Beispiel bei Glatteis mit Sommerschuhen unterwegs zu sein, zu stürzen und dadurch berufsunfähig zu werden.

Die leichte Fahrlässigkeit ist so gut wie bei jedem Versicherer eingeschlossen.

Anders sieht es bei der groben Fahrlässigkeit aus. Das kann das falsche Beantworten der Gesundheitsfragen sein, das Fahren unter Alkoholeinfluss oder das Überfahren einer roten Ampel.

Einige Versicherer schliessen grobe Fahrlässigkeit komplett aus, andere beschränken sich nur auf den Straßenverkehr und einige habe die grobe Fahrlässigkeit komplett versichert.

 

19 VVG 

Hinter dem §19 des Versicherungsvertragsgesetzes verbirgt sich die Beitragsanpassungsklausel.

Mit der Beitragsanpassungsklausel nach § 19 VVG erhält der Versicherer die Möglichkeit, den BU-Vertrag nachträglich zu kündigen bzw. den Beitrag heraufzusetzen, wenn der Versicherungsnehmer unverschuldet die vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt hat.

Unverschuldet wäre zum Beispiel, der Arzt trägt eine Diagnose in deine Krankenakte ein, die er besser bei der Krankenkasse abrechnen kann. Du weisst davon nichts und kannst es daher auch nicht angegeben.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Kunde, der relativ groß ist, ist nach Südamerika in den Urlaub geflogen. Um das Problem der engen Sitze zu lösen hat er sich Schlaftablette verschreiben lassen. Damit er die verschrieben bekommt, hat der Arzt in de Akte Burnout eingetragen. Im BU Antrag, den wir ein Jahr später aufgenommen haben, hat mein Kunde das natürlich nicht eingetragen. Die Versicherung hat im Rahmen eine Stichprobe seinen Antrag ausgewählt und eine Arztanfrage gestellt. Es kam raus und die Versicherung ist vom Vertrag zurückgetreten.

Eine gute BU Versicherung verzichtet auf den §19.

 

Verweisung auf frühe Berufe

Das ein Berufswechsel bei der Versicherung angezeigt werden muss, findet man so gut wie gar nicht mehr.

Das der Versicherer aber im Leistungsfall nicht nur den bei Eintritt der BU ausgeübten Beruf zur Betrachtung heranzieht, sondern auch in der Vergangenheit ausgeübte Berufe kommt schon noch häufiger vor. Das kann sich richtig negativ auswirken.

Meldest du Leistungen bei Deiner BU Versicherung an, weil du nicht mehr in der Lage bist ständig über Kopf zu arbeiten und hast früher einen Bürojob gehabt, wirst Du Problem haben die BU Rente zu bekommen.

Akzeptabel wäre, wenn der Berufswechsel max 24 Monate zurückliegt und der Wechsel bereits aus gesundheitlichen Gründen stattgefunden hat.

Aber besser ist natürlich, wenn gar keine früheren Berufe werde berücksichtigt.