Das Wichtigste in Kürze

In Deutschland wurde bis 2005 das Drei Säulen System für die Altersvorsorge genutzt

Seit 2005 sprechen wir vom Drei Schichten Modell.

  • Die erste Schicht soll Basisvorsorge abdecken und ist daher teilweise eine Pflichtversicherung: Dazu zählen die gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke und die Rürup-Rente.
  • Die zweite Schicht umfasst die private geförderte Vorsorge, dazu zählen Verträge der betrieblichen Altersvorsorge und Riester-Verträge. Sie richtet sich vor allem an Arbeitnehmer.
  • Die dritte Schicht meint die flexible ungeförderte und teilweise steuerlich begünstigte Vorsorge. Dazu zählen Produkte wie etwa private Lebens- oder Rentenversicherungen, Fondsgebundene Versicherungen. Darüber hinaus lässt sich auch mit Fondssparplänen oder mit Einzelaktien privat vorsorgen.
  • Nahezu jeder Erwerbstätige ist über die erste Schicht abgesichert. Dagegen ist es jedem selbst überlassen, zusätzlich in Schicht zwei und drei anzusparen.
  • Welche Altersvorsorge die richtige für dich ist, hängt davon ab, ob du angestellt oder selbstständig arbeitest, ob du staatliche Förderung nutzen oder flexibel ansparen möchtest und wie viel Zeit dir noch bis zur Rente bleibt.

 

In diesem Artikel:

  1. Produkte und Funktion der ersten Schicht
  1. Produkte und Funktion der zweiten Schicht
  1. Produkte und Funktion der dritten Schicht

 

Produkte und Funktion der ersten Schicht – Basisversorgung

In die erste Schicht des Drei-Schichten-Modells gehören die Gesetzliche Rentenversicherung und die Basis Rente. Die Basis Rente wird umgangssprachlich auch nach ihren Begründer Hans-Adalbert „Bert“ Rürup als Rürup Rente bezeichnet.

Sowohl die Gesetzliche Rentenversicherung als auch die Basis Renten kannst du in der Einkommenssteuererklärung als Sonderausgaben geltend machen.

Es gilt eine Obergrenze für beide Rentenversicherungen zusammen von 20.000€ pro Jahr und pro Person. Die Beiträge der Basis Rente unterliegen noch bis 2025 einer Staffelung. Die Absetzbarkeit steigt jedes Jahr um 2 % und erreicht im Jahr 2025 die 100% Marke.

Es ist besonders wichtig, dass du alles richtig in die Steuererklärung einträgst. Das Finanzamt weist dich nicht auf Fehler hin, sondern berücksichtigt einfach den gesamten Beitrag nicht und Dir geht damit bares Geld verloren. Wieviel du von deinen gezahlten Beiträgen über die Einkommenssteuererklärung zurückerhältst, hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab. Vereinfacht kannst du dir merken, der persönliche Steuersatz entspricht dem Erstattungssatz für die gesetzliche Rentenversicherung und die Basis Rente.

In den Rentenbezugsphase sind die Gesetzliche Rente und auch die Basisrente voll zu versteuern. Und zwar mit dem dann gültigen Steuersatz. Aber es gelten wie bei der Besteuerung im Arbeitsleben auch bei der Rentenbesteuerung Freigrenzen, Freibeträge. Aktuell kannst Du grob davon ausgehen, dass ab einer Gesamtrentenhöhe von 1.100€ bis 1.200€ du in den Genuss kommst, Steuern zahlen zu dürfen. Mit Gesamtrentenhöhe ist gemeint, dass alle Renten addiert werden. Auf legalem Weg ist es nicht möglich steuerfreie Renteneinkünfte zu erzielen. Du willst es genau wissen, frag deinen Steuerberater, denn nur der er darf dich in steuerlichen Angelegenheiten beraten.

Die Gesetzliche Rentenversicherungist für die Masse der Deutschen eine Pflichtversicherung, während die Basis Rente eine freiwillige Form der Altersvorsorge ist.

Ist eine Basis Rente einmal abgeschlossen, ist sie unkündbar. Solltest Du dich in der Zukunft gegen die Basis Rente entscheiden, bleibt dir nur die Beitragsfreistellung.

Die Verrentung der Basis Rente und auch der Gesetzlichen Rente erfolgt monatlich als lebenslange Rentenzahlung.

In der Basis Rente gibt eine Sonderregelung. Ist das Verrentungskapital sehr gering und fällt unter den Betrag der Kleinbetragrente, kann eine einmalige Kapitalabfindung erfolgen. Die Höhe der Kleinstrente wird jedes Jahr neu festgelegt. Liegt das Gesamtguthaben deines Vertrags unter diesem Betrag, kann eine einmalige Kapitalabfindung erfolgen. Derzeit liegt die Bezugsgröße bei 3.045,– € (West) bzw. 2.695,– € (Ost). Als Kleinbetragrente können damit derzeit Renten mit Monatsbeträgen bis 30,45 € bzw. 26,95 € abgefunden werden. Der Abfindungsbetrag kann dabei dann durchaus rund 10.000,– € betragen.

Es gibt in der Basis Rente eine Rentengarantiezeit. Die Rentengarantiezeit ist die Zeit, für die in der Rentenphase eine Rente mindestens gezahlt wird, auch wenn du stirbst. Die Rente wird dann an deinen Ehepartner weitergezahlt, aber eben nur bis zum Ende der Rentengarantiezeit. Diese beträgt im Normalfall maximal 15 Jahre. Sämtliches Kapital, was zum Ende der Rentengarantiezeit noch im Vertrag ist fällt der Versichertengemeinschaft zu und Deine Ehepartner erhält ab diesem Tage keine Rente mehr. Die Basis Rente ist grundsätzlich nur an den Ehepartner vererbbar.

Produkte und Funktion der zweiten Schicht – staatlich geförderte Versorgung

Die Produkte der zweiten Schicht sind die Riester Rente und sämtliche Formen der Betrieblichen Altersvorsorge.

Die RiesterRente hat Ihren Namen wie auch die Rürup Rente von ihrem „Schöpfer“ Walther Riester.

Die Riester Rente wird aus versteuernden Einkommen gezahlt und ist im Rentenalter steuerpflichtig. In der Phase der Beitragszahlung, also bis Renteneintrittsalter, wird die Riester Rente mit Zulagen und Steuerersparnissen gefördert.

Die Zulagen betragen 175€ für den Vertragsinhaber als Grundzulage und 300€ als Kinderzulage für jedes Kind. Die Grundzulage erhältst Du jedes Jahr, die Kinderzulage nur solange, wie du auch Kindergeld für das Kind erhältst. Berufseinsteiger erhalten zusätzlich im ersten Jahr einmalig ein Berufseinsteigerbonus von 200€.

Die Riester Zulagen und die Steuerersparnis ergeben zusammen den persönlichen Steuersatz. Reichen also die Zulagen nicht aus, um auf den Steuersatz zu kommen, gibt es eine entsprechende Steuererstattung. Übersteigen die Zulagen bereits den persönlichen Steuersatz erfolgt jedoch keine Kürzung der Zulagen.

Um in den Genuss der vollen Zulagen zu kommen, musst du 4% von deinem Jahresbrutto Gehalt als Beitrag in einen Riester Renten Vertrag zahlen. Ist dein Beitrag geringer als 4% deines jährlichen Bruttogehaltes, wir die Zulage prozentual gekürzt.

Du kannst wählen zwischen 4 Riester Vertragsarten:

  1. Versicherung
  2. Bausparen
  3. Investmentfonds
  4. Banksparplan

Im Rentenalter erhältst du eine lebenslange Rentenzahlung aus deinem Riestervertrag. Auch hier gibt, analog zur Basisrente, eine Sonderregelung bei Kleinbetragrenten. Liegt das Gesamtguthaben deines Vertrags unter diesem Betrag, kann eine einmalige Kapitalabfindung erfolgen, und zwar zulagenunschädlich.

Die Riester Rente ist vererbbar auf waisengeldberechtigte Kinder und den verwitweten Ehepartner. Wichtig: Die Möglichkeit der Vererbung endet mit dem Ablauf der Renten-Garantiezeit. Es besteht auch die Möglichkeit, das Guthaben in den eigenen Riestervertrag zu übertragen.

Die monatliche Rente aus der Riester Rente ist vollumfänglich steuerpflichtig. Auch hier sind Freibeträge zu berücksichtigen. Analog zur Besteuerung der 1. Schicht tritt die Steuerpflicht ab ca. 1.100€ bis 1.200€ ein. Genaue Auskunft kann dir hier ein Steuerberater geben.

Für die Betriebliche Altersvorsorge sind in Deutschland fünf Durchführungswege zugelassen:

  1. Direktversicherung
  2. Pensionskasse
  3. Pensionsfonds
  4. Unterstützungskasse
  5. Pensionszusage

Welche diese Form für dich in Frage kommt, obliegt der Entscheidung deines Arbeitgebers. Du kannst zwar einen Wunsch äußern, aber letztendlich darf der Arbeitgeber den Durchführungsweg bestimmen und auch die Versicherungsgesellschaft, mit der er zusammenarbeiten möchten.

Ebenfalls darf der Arbeitgeber entscheiden, ob er sich an deiner Betrieblichen Altersvorsorge beteiligen möchte. Er darf Dir aber eine Betriebliche Altersvorsorge nicht verweigern. Bedeutet, wenn du ihn auf dieses Thema ansprichst, muss er es dir erlauben und wenn von dir gewünscht, auch ein Angebot unterbreiten.

Bei der Betrieblichen Altersvorsorge sprechen wir von einer Entgeltumwandlung.

Entgeltumwandlung: Was ist das?

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf die sogenannte Entgeltumwandlung, indem er Teile seines Gehalts in Beiträge zu einer betrieblichen Altersversorgung umwandelt.

Eine Alternative zu der arbeitnehmerfinanzierten Entgeltumwandlung besteht darin, dass allein der Arbeitgeber Beiträge in die betriebliche Altersversorgung einzahlt.

Die dritte Variante ist eine Mischfinanzierung. Bei ihr finanzieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam die Beiträge für die betriebliche Altersversorgung des Arbeitnehmers.

Welche Vorteile hat das nun für dich?

Steuern und Sozialversicherung

Für Arbeitnehmer ist ein Beitrag nach § 3 Nr. 63 EStG bis zu 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (BBG-GRV (West)) steuerfrei und bis zu 4 Prozent der BBG-GRV (West) sozialversicherungsfrei.

Bei der Unterstützungskasse sieht es folgendermaßen aus:

Die Beiträge sind für Arbeitnehmer in voller Höhe steuerfrei, bis zu 4 Prozent der BBG-GRV (West).

Die Steuerfreiheit der Beiträge in der Ansparphase bewirkt, dass die Leistungen in der Leistungsphase dann im vollen Umfang zu versteuern sind. Für viele Arbeitnehmer ist dies jedoch vorteilhaft, da sie im Ruhestand über weniger Einkommen und damit über einen niedrigeren Steuersatz verfügen.

Produkte und Funktion der dritten Schicht – ungeförderte, flexible, Versorgung

Alles was bis jetzt nicht erwähnt wurde und zum langfristigen Kapitalaufbau zählt, gehört in die dritte Schicht.

  1. Kapitallebensversicherung und -Rentenversicherungen
  2. Fondsgebundene Lebensversicherungen und -Rentenversicherungen
  3. Investment Sparpläne
  4. auch Bausparverträge
  5. Aktien
  6. Anleihen
  7. Immobilien
  8. Kunstwerke, Oldtimer, Spirituosen
  9. Sparstümpfe usw.
  10. Beteiligungen ( z. Bsp: Unternehmenbeteiligungen)

Tatsächlich ist alles, was dem Vermögensaufbau hilft und was am Ende dazu führt, dass man verwertbares Vermögen im Alter besitzt, in der 3. Schicht angesiedelt. Also eben auch Immobilien, Kunstwerke, der Sparstrumpf ebenso, wie das Geld, welches sorgsam in den Büchern versteckt wird.

Bevor ich auf die einzelnen Produkte eingehe, erkläre ich Dir was in der dritten Schicht bei allen diesen Produkten gleich ist.

  1. Die Beiträge werden aus dem Nettoeinkommen gezahlt
  2. Sie sind nicht steuerlich begünstigt
  3. Sie werden nicht durch Zulagen gefördert
  4. Produkte der dritten Schicht sind deutlich flexibler
  5. Sie können, verkauft, vererbt, beliehen werden
  6. Die Risikobereitschaft liegt bei dir

 

Lebens- und Rentenversicherungen

Die Kapitallebensversicherung und auch die Kapitalrentenversicherung haben mit dem Alterseinkünftegesetz, dass 2005 in Kraft getreten ist, ihr Privileg der Steuerfreiheit verloren.

Bis dahin waren ab einer Laufzeit von 12 Jahren und davon mindestens 5 Jahren Beitragszahlung waren diese Produkte zu 100% steuerfrei.

Wenn Du also eine Lebensversicherung oder eine Rentenversicherung aus dem Jahre 2004 oder früher besitzt, überlege dir sehr genau, ob du ein solchen Vertrag aufkündigst. Spätestens nach den nachfolgenden Sätzen wird dir klar werden warum.

 

Für alle Lebens- und Rentenversicherungen mit Beginn Datum 01.01.2005 gilt folgende Regelung:

Es wird unterschieden zwischen Ertrag und eingezahlten Beiträgen. Die eingezahlten Beiträge bleiben weiterhin steuerfrei. Das muss auch so sein, denn die Beiträge wurden aus bereits versteuerten Einkommensteilen gezahlt. Es läge sonst eine Doppelbesteuerung vor und die ist in Deutschland nicht erlaubt. Bleibt noch der Ertrag. Vom Ertrag, also vom Gewinn, sind 50% ebenfalls steuerfrei und 50% musst du mit deinem persönlichen Steuersatz versteuern. Gemeint ist der Steuersatz, den du bei Auszahlung der Lebens- bzw. Rentenversicherung hast. Damit diese Regelung greift, darf die Auszahlung nicht vor dem 63. Lebensjahr erfolgen. Wenn noch nicht aufgebraucht, kannst du für den steuerpflichtigen Teil des Ertrages den Abgeltungssteuerfreibetrag nutzen. Auch eine Verteilung des Auszahlungsbetrages über mehrere Jahre kann die Steuerlast senken.

 

Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen

Die steuerliche Behandlung während der Beitragszahlungszeit und der Rentenbezugsphase sind identisch mit denen der Kapitallebens- und Rentenversicherung.

Lediglich wie die Beiträge investiert werden unterscheidet sich. In der Regel steht eine große Anzahl von Investmentfonds zur Auswahl. Du kannst einen oder mehrere auswählen, in die deine Beiträge investiert werden. Auch die prozentuale Aufteilung obliegt deiner Entscheidung. Weiterhin solltest Du mehrmals im Jahr kostenlos deine Anlageentscheidung ändern können. Sprich, du hast das Recht die Fondsauswahl zu ändern.

 

Investmentsparpläne, Aktien und Anleihen

Mit Investmentsparplänen sind alle ratierlichen Sparpläne gemeint, die in eine Art von Wertpapieren investieren. Also der aktiv gemanagte Investmentfonds, genauso wie der ETF.

Bei dieser Produktgruppe greift die Abgeltungssteuer. Hier steht dir erstmal ein Freibetrag von 801€ pro Jahr zur Verfügung. Bis zu diesem Betrag sind alle Erträge, also Dividenden, Zinsen, Kursgewinne, Ausschüttungen, steuerfrei. Diesen Freibetrag kannst du jedes Jahr aufs Neue nutzen.

Übersteigt der Ertrag die 801 Euro, wird für den übersteigenden Betrag die besagte Abgeltungssteuer fällig. Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Sie wird von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Kapitaleinkünfte unterliegen zudem der Kirchensteuer. Die Abgeltungssteuer ist eine sogenannte Quellensteuer, da sie von dort wo sie anfällt, direkt ans Finanzamt abgeführt wird. Haltefristen und Laufzeiten, um eine steuerliche Verbesserung zu erzielen gibt es bei Investmentfonds nicht.

 

Immobilien

Bei Immobilien musst du zwischen drei Arten der Altersvorsorge unterscheiden.

  1. Selbst genutzte selbst bewohnte Immobilie
  2. Vermietete Immobile
  3. Immobilien die gekauft und wieder gewinnbringend verkauft werden.

 

Die selbst genutzte Immobilie

Diese indirekte Form der Altersvorsorge bringt dir keinen Ertrag, den du im Rentenalter zur Verfügung hast. Vielmehr erspart sie dir die Mietausgaben, die du dann zur Verfügung hast. Steuerlich gibt es hier nicht zu beachten/ betrachten. Beachten solltest du aber unbedingt, dass hier nicht die komplette Mietersparnis zur freien Verfügung steht. Es ist wichtig, dass hier ausreichend Rücklagen für Reparaturen und Modernisierungen am Haus vorhanden sind. Also auf die selbst genutzte Immobile als einzige Altersvorsorge zu setzen ist nicht der optimale Weg.

 

Die vermietete Immobilie

Bei der vermieteten Immobilie generierst Du zusätzliche Einnahmen aus der Vermietung. Wer in Deutschland steuerpflichtig ist, muss sein „Welteinkommen“ versteuern. Auch die Mieteinnahmen zählen als Einkommen und sind in der Einkommensteuererklärung unter Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung anzugeben und zu versteuern. Solange Du das vermietete Objekt über eine Bank finanziert hast, darfst du die Mieteinnahmen mit den Zinszahlungen verrechnen. Aber nur mit den Zinsen. Der Tilgungsteil der Finanzierungsrate muss hier herausgerechnet werden. Es kann daher sinnvoll sein, bei vermietetet Häusern nicht das klassische Annuitäten Darlehen zu wählen, sondern den Tilgungsteil separat anzusparen und am Schluss mit einer Summe das Darlehen zu tilgen. Wir sprechen hier von einemTilgungsaussetzungsdarlehen. Spätestens zum Rentenbeginn sollte die Immobilie aber abbezahlt sein.

 

Immobilien die gekauft und wieder gewinnbringend verkauft werden

Der Handel mit Immobilien erfordert einiges an Hintergrundwissen.

Wer innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Objekte kauft, baut oder grundlegend modernisiert und sie wiederverkauft, betreibt aus steuerlicher Sicht gewerblichen Grundstückshandel. Daher fürchtet so mancher Immobilieneigentümer die so genannte „Drei-Objekt-Grenze“, anhand derer die Finanzämter die steuerliche Einstufung unter anderem vornehmen.

In der Finanzierungsphase wird in der Regel so finanziert, dass die Mieteinnahmen sämtliche Kosen der Finanzierung decken und Rücklagen gebildet werden können, um Modernisierungen und Renovierungen zu decken. Zwischen Kauf und Verkauf von vermieteten Immobilien müssen mindestens 10 Jahre liegen, um eine Spekulationssteuer zu vermeiden.

Wie viel Steuern du beim Immobilienverkauf zu entrichten hast, hängt zum einen von der Höhe des Wertzuwachses und zum anderen von deinem persönlichen Einkommenssteuersatz ab. War das Haus oder die Wohnung vermietet, vermindern die in der Vergangenheit gegenüber dem Finanzamt geltend gemachten Abschreibungen die Anschaffungskosten (Abschreibungen bei Altbauten und Neubauten jährlich 2% bzw. 2,5% bei Altbauten vor 1925). Den Reingewinn, den du mit der Immobilie erzielst, darfst du mit deinem persönlichen Steuersatz versteuern.

Spekulationssteuer Hausverkauf – Beispiel

VERÄUSSERUNGSERLÖS IMMOBILIE 400.000 €
– Veräußerungskosten (z.B. Malerarbeiten, Renovierungen) 20.000 €
– Anschaffungskosten, Kaufpreis (ggf. um AfA gemindert bei vermieteten Immobilien) 300.000 €
Zu versteuernder Gewinn 80.000 €
Persönlicher Steuersatz 35 %
Zu zahlende Steuer                                                                                                               28.000€

 

 

Kunstwerke, Oldtimer, Spirituosen

In Zeiten niedriger Zinsen können Kunstwerke Oldtimer, Spirituosen eine Beimischung zu den gängigen Anlageformen wie Fonds, Zertifikaten, Aktien oder Gold sein. Das schnelle Geld ist mit Kunst als Geldanlage allerdings nicht zu machen, eher lohnen sich Kunstwerke als langfristige Investitionen.

Der Kunstmarkt ist gegenüber anderen Anlageformen ziemlich in-transparent. Allenfalls bieten Verkaufspreise bei Auktionen eine gewisse Aussagekraft. Ansonsten hängt sehr viel vom allgemeinen Geschmack ab und der Präferenz bestimmter Künstler. Das gilt umso mehr, je teurer das Kunstwerk ist. Bei der Veräußerung sind keine Fristen zu beachten. Der Reingewinn ist mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

 

Spartrümpfe

Der Sparstrumpf ist alles, aber als Altersvorsorge eignet er sich auf keinen Fall. Wer Bargeld in größeren Mengen zu Hause aufbewahrt macht entscheidende Fehler und geht enorme Risiken ein. Unter dem Kopfkissen kann sich Bargeld nicht vermehren. Bei einer jährlichen Inflation von 2 bis 3 Prozent nimmt die Kaufkraft des Bargeldes also jedes Jahr ab. Du kannst davon ausgehen, dass sich der Wert des Geldes alle 30 Jahre halbiert. Der Sparstrumpf ist also eher als Geldwertvernichtung und nicht als Anlage zu sehen. Weiterhin musst du größere Bargeldmengen in der Hausratversicherung angeben. Im Schadensfall kann die Versicherung sonst der Erstattung vermeiden. Hast Du keine Hausratversicherung und Diebe brechen ein und stehlen dein Geld oder das Haus brennt ab, ist alles weg! Totalverlust!

 

Beteiligungen

Mit einer Beteiligung geht jeder Anleger stets ein besonders hohes Risiko ein. Beteiligungen sind, ohne Wenn und Aber, grundsätzlich ungeeignet für den Aufbau einer privaten Altersvorsorge und haben dort nichts zu suchen.

Der Vollständigkeit halber und da es in diesem Blog nicht um meine persönliche Meinung, sondern um Fakten geht, werde ich auch diese Form erklären.

Zu den bekanntesten Beteiligungen gehören Geschlossene Immobilienfonds, Windkraftbeteiligungen, Medienfonds, Schiffsbeteiligungen, Flugzeugleasing, Containerleasing.

Bei solchen Beteiligungen wird ein Vertrag über eine feste Laufzeit und über einen festen Betrag geschlossen. Damit bist du an allen Gewinnen und allen Verlusten beteiligt. Die erzielten Gewinne werden je nach Gestaltung der Beteiligung ratierlich oder am Ende der Laufzeit ausgeschüttet. Im Ausschüttungsjahr ist auf den Gewinn Abgeltungssteuer zu zahlen. Der jährliche Freibetrag von 801€ ist auch hier zu berücksichtigen.

Bei Beteiligungen wird bei Auflegung der Beteiligung mit dem eingesammelten Kapital investiert. Es werden Immobilien gebaut, erworben und oder restauriert/ modernisiert, es werden Windkraftanlagen errichtet, Es werden Medienprojekte ins Leben gerufen für Filmdrehs zum Beispiel, es werden Flugzeuge gebaut oder gekauft oder Containerschiffe werden gebaut. An den zu erwartenden Gewinnen dieser Projekte bis du dann im Rahmen deiner Anlage beteiligt und erhältst wie im Vertrag festgelegte Gewinne. Werden keine Gewinne erzielt oder Verluste eingefahren, bist du auch daran beteiligt. Es kann sogar sein, dass eine Beteiligung den Totalverlust erleidet und du dennoch zur Nachschusspflicht verpflichtet bist. Das bedeutet, du weißt ganz genau, dass deine komplette Einlage für immer verloren ist, du aber dennoch Geld einzahlen musst, das auch zu 100% für dich verloren ist. Einen solchen Fall habe ich selbst schon erlebt.

Egal, welchen geschlossenen Fonds oder welche Beteiligung du auch wählst: es ist immer ein unternehmerisches Risiko zu tragen– bis hin zum Totalverlust. Die oben genannten Anlageformen eignen sich deshalb nur für unternehmerisch denkende Anleger mit einem sehr hohen Einkommen … und viel Mut zum Risiko.