06704 9639330 Thomas.Muschak@dvag.de

In vielen Beratungen, bei denen es um das Thema Geldanlage oder Altersvorsorge geht, erlebe ich sehr oft, das die Inflation so gut wie nie bedacht wird. Zwar hat jeder schon mal von Ihr gehört, was Sie bedeutet, was sie bewirkt, ist den wenigsten bewusst.

Das kann jedoch weitreichende negative Folgen für dich als Anleger haben.

Deshalb geht s in diesem Blogartikel um die Inflation.

Was ist die Inflation?
Wie kommt es zu einer Inflation?
Was ist die gefühlte Inflation?
Was muss Du beachten bei Deiner Geldanlage?

Was ist die Inflation?

In der Volkswirtschaftslehre bezeichnet die Inflation eine allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen. Das ist gleichbedeutend mit einer Minderung der Kaufkraft.

Du bekommst als für 100€ weniger von der gleichen Ware. Die Inflation wird in Prozent angegeben.

Ein Inflation (Preissteigerung) von unter aber nahe 2% gegenüber dem Vorjahr ist normal und wird von den Zentralbanken mit angestrebt. Dadurch wird die sichere Abgrenzung zur Deflation (das Preisniveau sinkt) sicher gestellt.

Nun wird aber nicht jede Ware jährlich 2% teurer.

Die Zentralbanken bedienen sich sogenannter Warenkörbe, die das durchschnittliche Kaufverhalten eines Landes wiederspiegeln. In Deutschland wird der Verbraucherpreisindex angewendet, der einen speziellen Warenkorb, der auch Qualitätsänderung (Technologie Produkte) berücksichtig.

Wie kommt es zu einer Inflation?

An der Entstehung einer Inflation arbeiten stets verschiedene Faktoren zusammen. Zu einer Inflation kann es beitragen, dass sich die Geldmenge erhöht. Dies kann passieren, wenn die Zentralbank die Liquidität auf dem Markt erhöhen möchte. Wenn damit aber die allgemeine Nachfrage steigt, erhöhen sich insgesamt die Preise und das Geld verliert an Wert. Das geschieht ebenfalls, wenn die Nachfrage nach bestimmten Produkten so stark steigt, dass die Anbieter diese nicht schnell genug bereitstellen können. Können die Konsumenten nicht auf andere Güter ausweichen, kann es zur Inflation kommen. Dies ist auch der Fall, wenn sich flächendeckend die Produktionskosten erhöhen, etwa durch stark gestiegene Energiepreise.

Gefühlte Inflation

Welche Güter in den Warenkorb einfließen und wie sie gewichtet werden, lässt sich am Preiskaleidoskop des Statistischen Bundesamtes nachvollziehen. Die Methode zur Bestimmung des Warenkorbes ist jedoch nicht unumstritten. So besteht der Warenkorb beispielsweise aus langlebigen und kurzlebigen Gütern. Ein Durchschnittshaushalt kauft selbstverständlich häufiger kurzlebige als langlebige Güter ein. Steigen die Preise für kurzlebige Güter schneller als für langlebige, ist die gefühlte Inflation deutlich höher als die amtliche gemessene Inflation. Der Unterschied ließ sich gut bei der Einführung des Euro zu Beginn des Jahres 2002 beobachten. Die Preise für kurzlebige Güter stiegen spürbar an, sodass bald vom „Teuro“ die Rede war. Die amtliche Inflationsrate lag in diesem Jahr jedoch unter zwei Prozent und spiegelte diese Wahrnehmung nicht wider.

Was musst Du bei deiner Geldanlage beachten?

Du hast eine Liquiditätsgrundlage (flexible Rücklagen) von 2 bis 4 Monatsgehältern? Ich hoffe Du hast die? Wenn nicht, bau dir unbedingt eine auf. Die Inflation kannst Du hier getrost vernachlässigen, wie bei allen Geldanlagen unter 3 Jahren.

Legst Du Dein Geld länger an oder sparst es in deine Altersvorsorge, dann kommst Du an der Inflation nicht  vorbei.

Denn der Wert des Geldes, also die Kaufkraft halbiert sich alle 30 Jahre. Du erhälts für 100€ in 30 Jahren nur die Hälfte von dem ,was Du heut dafür bekommst. Lies den Satz bitte noch einmal!

Ein weiteres Beispiel. In deiner Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung, die Du jedes Jahr erhältst, steht eine zu erwartende Rente. Nehmen wir an, Du bis 37 Jahre und dort stehen 1.500€. Wenn Du in 30 Jahren, also im Alter von 67 in Rente gehen wirst, entsprechen die 1.500€ dann 750€ heute!!

Was kannst Du nun mit diesen Informationen tun?

Alle Geldanlagen die länger als 5 Jahre laufen sollen, sollten Sachwertanlagen (Immobilien, Aktien, Investmentfonds) oder Rohstoffe sein.
Die durchschnittliche Rendite dieser Geldanlagen sollten in Höhe der Inflation liegen, besser darüber: Damit fängst die Du die Inflation auf.
Bedenke, das mit der zu erwartenden Rendite einer Geldanlage, auch deren Risiko steigt. Also nicht volles Risiko auf maximale Rendite  gehen. Nimm das Dollar Zeichen aus den Augen :-).
Bau ein strukturiertes Depot auf (kurz-, mittel-, langfristig). Das geht auch bei Altersvorsorgeprodukten (wie RiesterRente, BasisRente, Betrieblicher Altersvorsorge ect)