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Die „Rente wegen Todes“. Hiermit bezeichnet man die Rente, die ein Ehepartner, ein eingetragener Lebenspartner oder ein minderjähriges bzw. noch in der Ausbildung befindliches Kind (bis zum Alter von maximal 25 Jahren) beim Tod des versicherten Partners/Elternteils bekommt. Aber wie funktioniert sie und wo gibt es Unterschiede oder gar Fallstricke.

 

Etwas wichtiges ganz am Anfang. Die Hinterbliebenenversorgung ist eine Option und keine Pflicht. Das heißt, du musst sie nicht einschließen. Dies wirkt sich jedoch nur auf die Zeit nach dem Rentenbeginn aus und hat keinerlei Auswirkungen auf die Hinterbliebenenversorgung bei Tod vor dem Rentenbeginn.

Die Hinterbliebenenversorgung in der Basisrente ist in weiten Teilen mit der Hinterbliebenenversorgung der Riester Rente gleichzusetzen. Aber eben nur in weiten Teilen. Es gibt auch nicht außer Acht zulassende Unterschiede. Sie unterscheidet sich jedoch deutlich zur Hinterbliebenenversorgung von Altersvorsorgeprodukten der dritten Schicht. In den Renten und Lebensversicherungen der dritten Schicht kannst du den Hinterbliebenen frei wählen. Da gibt es keinerlei Einschränkungen. Auch eine Aufteilung auf mehrere Personen ist dort möglich. Wenn du deinen Fußballverein beerben möchtest ist das auch möglich.

Nicht so bei der Basis Rente. Bei der Basis Rente ist die Hinterbliebenenversorgung beschränkt auf

  • den hinterbliebenen Ehegatten
  • den hinterbliebenen Lebenspartner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft
  • waisengeldberechtigte Kinder.

Es gilt dabei zu unterscheiden zwischen der Zeit vor dem Rentenbeginn und der Zeit ab dem Rentenbeginn. Schauen wir uns diese beiden Zeitspannen genauer an.

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Hinterbliebenenversorgung bei Tod vor dem Rentenbeginn:

Option 1

Es wird aus dem im Vertrag vorhandenen Kapital an den Hinterbliebenen eine lebenslange Rente gezahlt. Und zwar ausschließlich eine Rente. Die Rentenzahlung beginnt sofort. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich der Hinterbliebene noch im Arbeitsleben befindet oder bereits im Rentenbezug.

Wird die Rente an ein waisengeldberechtigtes Kind gezahlt, erlischt die Rentenzahlung zu dem Zeitpunkt, wie die Waisengeldberechtigung endet.

Sind mehrere waisengeldberechtigte Kinder vorhanden, wird die Hinterbliebenenversorgung aus der Basisrente zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Option 2

Übertragung des Vertragsguthabens in einen eigenen Basisrentenvertrag. Hier gibt es einiges zu beachten. Einer Übertragung zuzustimmen ist ein Goodwill des Versicherers. Je nach Anbieter gibt es da verschiedene Modelle. Es gibt Versicherer, die stimmen einer Übertragung grundsätzlich zu. Es gibt aber auch Versicherer die stimmen nur einer Übertragung innerhalb des Hauses zu. Das heißt, der Hinterbliebene muss einen Basisrentenvertrag bei der gleichen Gesellschaft haben, wie der Verstorbene. Und es gibt Versicherer, die lehnen eine Übertragung grundsätzlich ab.

Waisengeldberechtigte Kinder können das Kapital nicht in einen eigenen Vertrag übertragen. Sie erhalten ausschließlich eine Waisenrente.

Gerade bei Paaren, die beide recht gut verdienen und dadurch bei Tod keine Versorgungslücke in der Zeit vor den Rentenbeginn besteht, ist die Übertragung eine recht charmante Lösung. Entscheidet sich der Hinterbliebene für die Übertragung und hat zum Todeszeitpunkt noch keine eigene  Basisrentenversicherung, kann er eine neue Basis Rente abschließen und das Kapital dann übertragen.

Eine weitere Besonderheit, die nicht bei allen Anbietern zu finden ist, ist die Folgende:

Wird eine lebenslange Rente gezahlt, kann der Hinterbliebene bis einen Monat vor Beginn des Rentenbezugs, frühestens mit Vollendung des 62. Lebensjahrs die Länge der Rentengarantiezeit festlegen. Die Rentengarantiezeit erkläre ich dir gleich, wenn wir zur Hinterbliebenenversorgung bei Tod nach dem Rentenbeginn kommen.

Eine Übertragung des Kapitals in einen anderen Vertrag außer der Basisrente ist grundsätzlich nicht möglich. Da hat steuerlich Gründe. Jede Schicht der Altersvorsorge in Deutschland wird anders steuerlich behandelt. Das und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Vererbung, über die wir hier geraden sprechen machen eine Übertragung in ein anderes Produkt außer einer Basis Rente unmöglich.

 

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Hinterbliebenenversorgung bei Tod nach dem Rentenbeginn:

Hier kommt eine neue Begrifflichkeit dazu.

Die Rentengarantiezeit regelt die Dauer der Wirksamkeit des Hinterbliebenen Schutzes. Bei Vertragsabschluss kannst du in der Regel zwischen 0 und 34 Jahren wählen. Aber auch bei der Rentengarantiezeit gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Versicherern.

Was macht die Rentengarantiezeit nun genau? Der Hinterbliebenenschutz greift nur, wenn der Tod innerhalb der Rentengarantiezeit eintritt. Tritt er nach der Rentengarantiezeit ein, ist der Hinterbliebenen Schutz erloschen.

Lass uns ein Beispiel machen.

Du beziehst erstmalig eine Rente aus deinem Basisrentenvertrag mit 67 und hast eine Rentengarantiezeit von 10 Jahren vereinbart.

Stirbst du nun mit 73 Jahren, also im 6. Jahr der Rentengarantiezeit, erhalten die Hinterbliebenen eine lebenslange Rente.

Stirbst du mit 80 Jahren, also 11. Jahr des Rentenbezugs, ist die Rentengarantiezeit erloschen und die Hinterbliebenen erhalten keine Rente aus deinem Basisrentenvertrag.

Wird nun die Hinterbliebenenrente an die waisengeldberechtigten Kinder ausbezahlt, erlischt die Rentenzahlung mit Wegfall der gesetzlichen Waisenrente bzw. des Kindergeldes.

Wird aber die Hinterbliebenenrente an den Ehegatten oder dem eingetragenen Lebenspartner ausbezahlt, erhält dieser aus dem Kapital eine lebenslange Rente gezahlt.

 

Auch bei Tod nach dem Rentenbeginn, aber innerhalb der Rentengarantiezeit kann das Kapital in die eigene Basis Rente des Hinterbliebenen übertragen werden. Wichtig, hier gilt es im Vorfeld zu prüfen, inwieweit der Versicherung mitspielt. Und auch bei der Übertragung in der Rentenphase ist diese nur in einen Basis-Renten-Vertrag möglich.

 

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Was kostet eine Hinterbliebenenversorgung?

Die Hinterbliebenenversorgung bei Tod nach dem Renteneintritt ist nicht kostenlos. Je länger du bei Vertragsabschluss die Rentengarantiezeit wählst, desto geringer ist die zu erwartende Rente. Nachvollziehbar ist das schon, da ja der Versicherer auf jeden Fall bis zu diesem Zeitpunkt leisten muss. Egal ob du unter Umständen schon verstorben bist. Er muss leisten!

Bei einer sehr langen Rentengarantiezeit von 34 Jahren kann die zu erwartende Rente schon mal 15 bis 20 Prozent geringer sein. Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass der Versicherer auf jeden Fall bis zum 101. Lebensjahr leisten muss. Wenn du dir eine solche Sicherheit für deinen Lebenspartner einkaufen möchtest, dann musst du halt Abschläge in der Rente hinnehmen.

 

Kleinstrentenregelung

Kannst du denn nicht einfach das Kapital auf einmal abziehen und selbst entscheiden wie viel du dir im Monat davon nimmst?

Eine Basis Rente ist grundsätzlich nicht dafür vorgesehen, dass du dir das Kapital in einer Summe auszahlen lässt. Warum das so ist und warum das auch gut so ist, kannst du hier nachlesen: Die Altersvorsorge in Theorie und Praxis .

Die einzige Ausnahme bilden die sogenannten Kleinstrenten ab. Wenn die Rente eine monatliche Mindestrente unterschreitet, dann kann das Vertragsguthaben in einer Summe abgegolten werden. Die genaue Höhe wird jedes Jahr etwas verändert. Für 2020 liegt sie bei 31,85 Euro. Je länger also die Hinterbliebenenversorgung leisten muss, umso eher kann die Kleinstrentenreglung zutreffen. Wichtig zu wissen ist, dass das Kapital im Jahr des Zuflusses mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern ist.

 

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