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Die private Unfallversicherung zählt zu den finanziellen Grundnahrungsmitteln!

Doch kann man sagen, jeder muss eine private Unfallversicherung abschließen?

Wie bei jeder Versicherung gibt es eine eindeutige Aussage:

Es kommt darauf an.

Bevor du die verschiedenen Tarife auf Check24 oder anderen Portale vergleichst oder Testberichte von Verbraucherzentralen oder Ratingagenturen liest, ist es hilfreich das Produkt zu verstehen. 

In diesem Blog Artikel erfährst Du:

Wie funktioniert eine Unfallversicherung überhaupt?

Wenn du eine private Unfallversicherung abschließt, versicherst du dich gegen die finanziellen Folgen nach einem Unfall mit einer dauerhaften Invalidität.

Bist nach einem Unfall wieder vollständig genesen, erhältst du keine Leistungen aus der privaten Unfallversicherung. Es sei denn du hast teure Zusatzbausteine wie Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, Schmerzensgeld ect. vereinbart. Aber dazu weiter unten mehr.

Wann zahlt eine Unfallversicherung und was zahlt eine Unfallversicherung?

Eine finanzielle Leistung aus einer privaten Unfallversicherung erhältst du nach 12 bis 18 Monaten.

Warum so spät? Und wie finanziere ich die Zeit davor?

Wenn du am Montag vom Dach fällst und ins Krankenhaus kommst, kann keiner am Montag sagen, wie hoch dein Invaliditätsgrad endgültig sein wird. Kein kann sagen wie lang der genaue Heilungsprozess sein wird.

Zuerst müssen Diagnosen gestellt werden, Behandlungspläne aufgestellt und umgesetzt werden. Es muss ein Heilungsprozess erfolgen. Nach 12 bis 18 Monaten kann man sagen, wo die Reise hingeht.

Und wie finanziere ich die Zeit davor?

Hier greifen die verschiedensten Mechanismen. Und wenn du mit einem Experten zusammen ein optimal auf dich abgestimmtes Finanzkonzept umgesetzt hast, muss du dir keine Sorgen machen:

Die ersten 6 Wochen zahlt dein Arbeitgeber dein Gehalt weiter (nur das Grundgehalt).

Ab der 7. Woche zahlt dir deine Krankenversicherung ein Krankengeld (70% vom Brutto, jedoch max. 90% vom Netto, abzüglich Sozialversicherung (Kranken-, Renten-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung). Den Fehlbetrag hast Du über eine private Krankentagegeldversicherung versichert. Das beides bekommst du bis zur 78. Woche der Krankheit gezahlt. Zeichnet sich schon vorher eine Berufsunfähigkeit ab, greift deine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Hast Du noch kein persönliches auf dich abgestimmtes Finanzkonzept, dann kannst du hier einen Termin vereinbaren.

Du erhältst eine einmalige hohe Summe ausbezahlt. Die Höhe der Summe ist abhängig von:

der festgelegten Versicherungssumme (Grundsumme und Vollinvaliditätssumme), vom Invaliditätsgrad und der für die im Tarif vereinbarte Progression.

Unfall, Invalidität, Progression, Grundsumme…??

Lies weiter!

Unfallbegriff – Definition

Die Definition des Begriffes Unfall in Verbindung mit einer privaten Unfallversicherung kannst du dir mit dem Begriff P A  U  K  E gut einprägen.

Plötzlich von Aussen, Unerwartet auf den Körper eintreffendes Ereignis.

Du fällst hin, du hast einen Autounfall, du fällst vom Dach, du stürzt mit dem Rad, dich fährt einer mit dem Rad um, dir fällt ein Ast, ein Dachziegel auf den Kopf, Du wirst angeschossen, du schneidest dich bei der Küchenarbeit, du knickst bei Sport um.

All das sind Unfälle. Und die Liste kann unendlich fortgeführt werden.

Invalidität – Definition

Von Invalidität im Sinne der privaten Unfallversicherung spricht man, wenn die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit der versicherten Person durch einen Unfall dauerhaft beeinträchtigt wird. Der Ursprungszustand deines Körpers kann also nicht wiederhergestellt werden.

Die Invalidität wird in Prozent angegeben. Je höher die Invalidität ist, umso grösser ist die finanzielle Leistung aus der Unfallversicherung.

Die Höhe der Invalidität kann anhand der Gliedertaxe ermittelt werden.

Was ist die Gliedertaxe?

Die Gliedertaxe dient zur Beurteilung des Invaliditätsgrades in der privaten Unfallversicherung. Es festgelegt, welche Einschränkung, welcher Fähigkeiten Verlust welchen Invaliditätsgrad mit sich bringt.

Diese Gliedertaxe ist bei allen Versicherungsgesellschaften identisch.

  • eines Armes im Schultergelenk 70 %
  • eines Armes bis oberhalb des Ellenbogengelenks 65 %
  • eines Armes bis unterhalb des Ellenbogengelenks 60 %
  • einer Hand im Handgelenk 55 %
  • eines Daumens 20 %
  • eines Zeigefingers 10 %
  • eines anderen Fingers 5 %
  • eines Beines über der Mitte des Oberschenkels 70 %
  • eines Beines bis zur Mitte des Oberschenkels 60 %
  • eines Beines bis unterhalb des Knies 50 %
  • eines Beines bis zur Mitte des Unterschenkels 45 %
  • eines Fußes im Fußgelenk 40 %
  • einer großen Zehe 5 %
  • einer anderen Zehe 2 %
  • eines Auges 50 %
  • beider Augen 100%
  • des Gehörs auf einem Ohr 30 %
  • des Geruchs 10 %
  • des Geschmacks 5 %

Hast du als Versicherungssumme bei 100% Invalidität 100.000€ versichert, erhältst du bei dem Verlust eines Auges (50%) 50.000€.

Treffen mehrere Punkte aus der Gliedertaxe gleichzeitig zu, werden die Invaliditätsgrade addiert.

Was bedeutet die Progression in der Unfallversicherung?

Es soll auch Unfallversicherungen ohne eine Progression geben. Eine solche Unfallversicherung hat als Versicherungssumme nur eine Grundsumme.

Zum Beispiel 100.000€. bei einer 100prozentigen Invalidität werden die kompletten 100.000€ ausgezahlt.

Hast du durch einen Unfall eine große Zehe verloren, ergibt sich aus der Gliedertaxe eine 5%ige Invalidität. Du erhältst dann von der Versicherungssumme 100.000€ 5% als Leistung. In diesem Fall werden dir 5.000€ ausbezahlt.

Wir sprechen hier also von einer linear ansteigenden Leistung.

Schliesst du eine progressive Unfallversicherung ab, gibt es als ersten Unterschied zwei Versicherungssummen. Es gibt die Grundsummen und es gibt 100% Summe, auch Vollinvaliditätssumme genannt. Als Progressionen sind häufig 225%, 300%, 500% und 1.000% anzutreffen. Die Leistung, die bei einer Invalidität fällig wird, errechnet sich aus der Grundsumme und der Progression.

Jede Versicherung hat für jeden Tarif eine Progressionstabelle, aus der die genaue Leistung abgelesen werden. Oft beginnt die Progression nicht sofort bei 1% Invalidität. Die Prozentzahl (z. B. 200 %, 350 % oder 500 % Progression) gibt an, um wie viel Prozent höher die Auszahlungssumme im Verhältnis zur Versicherungssumme bei Vorliegen einer 100%igen Invalidität ist.

Ihre private Unfallversicherung erhöht normalerweise, in Abhängigkeit von der gewählten Progressionsstufe, die Leistung ab einem Invaliditätsgrad von über 25 Prozent. Die Höhe des Invaliditätsgrads wird durch einen Arzt.

Worauf musst achten, wenn du eine Unfallversicherung abschließt?

So, das war Theorie und Hintergrundwissen.

Um zu ermitteln, welche Versicherungssumme du nun wählen sollst, ziehst du am besten dein Jahresbruttoeinkommen heran. Die Versicherungssumme sollte das 15 bis 20 fache davon betragen.

Das Geld benötigst du, um dir einen Blindenführerhund anzuschaffen (20.000 bis 30.000€ und alle 10 bis 12 Jahre brauchst du einen Neuen). Du musst bauliche Veränderungen (behindertengerecht) an deiner Wohnung vornehmen.

Du hast erhöhte Behandlungskosten, die deine Krankenversicherung nicht trägt.

Den Rest legst du an und erstellst dir einen Auszahlplan und deinen laufenden Kosten zu decken.

Du hast ein Jahresbrutto von 30.000€. Dann sollte deine Versicherungssumme zwischen 450.000€ und 600.000€ betragen.

Überprüfe im jährlichen Servicetermin mit deinem Berater, deiner Beraterin ob die Versicherungssumme angepasst werden muss.

Ersetzt die Unfallversicherung deine Berufsunfähigkeitsversicherung?

NEIN! Eine Unfallversicherung ersetzt nicht deine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Warum denn nicht? 

  • Weil eine Unfallversicherung nur bei Invalidität durch einen Unfall leistet und dann auch nur mit einer Einmalzahlung.
  • Weil nur ca. 10% aller BU Fälle auf einen Unfall zurückzuführen sind.
  • Weil die Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei Erkrankungen zahlt, bei denen nicht der Unfall die Ursache ist
  • Weil die Brufsunfähigkeitsversicherung auch bei Erkrankungen zahlt, die keine dauerhafte Invalidität zur Folge haben. 

Kinder in der Unfallversicherung – sinnvoll?

Von rund 9 Millionen Unfälle pro Jahre ereignen sich über 7 Millionen im Haushalt und in der Freizeit. Also ja, auf jeden Fall, eine private Unfallversicherung ist auch für Kinder sinnvoll und wichtig. Ich gehe sogar soweit, ich halte sie für ein Muss. Denn die meisten Unfälle passieren dann, wenn die gesetzliche Unfallversicherung nicht greift.

Todesfallleistung in der Unfallversicherung? 

Nein, bitte nicht! Bei einer Unfallversicherung muss immer der Unfall die Ursache sein.

Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, also alle Todesursachen, bei den nicht der Unfall die Ursache ist fallen dann raus.

Bevor du überhaupt eine Versicherung für den Todesfall abschließt, frage dich warum? Gibt es jemanden, der auf dein Gehalt angewiesen ist bzw. der nach deinem Tod mittellos dasteht. Jemanden der Schulden hat, wenn du stirbst. Denn nur dann macht eine Todesfallabsicherung Sinn.

Bevor du den Todesfall über eine private Unfallversicherung versicherst, prüfe die Möglichkeit einer Risikolebensversicherung. Die leistet auch bei den genannten Todesarten.

Dann gibt es noch das Argument, dass bei einem vereinbarten Todesfall, die Versicherung einen Vorschuss zahlt, wenn bereits zu Beginn feststeht, dass eine Beeinträchtigung zurückbleiben wird.

Dieses Argument halte ich für dünnes Eis.

Erstes heisst es Vorschuss. Der wird also von der Endsumme abgezogen.

Und zum anderen ist dieser Punkt über die Übergangsleistungen zu versichern. Und diese Summen werden nicht mit der Versicherungssumme verrechnet.

Bei Top Tarifen von Top Versicherern kann man ein vorzeitige Teilauszahlung der Versicherungssumme auch ohne Todesfallleistung vereinbaren.

Zusätzliche Leistungen und was du davon zu halten hast 

Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, Todesfallleistung, Unfallrente, Schmerzensgeld bei Knochenbrüchen und Bänderrissen sind zusätzliche Leistungen, die du einschließen kannst.

Bedenke immer es wird nur bei Unfall gezahlt!

Du willst mit einer privaten Unfallversicherung den Worst Case absichern. Also wenn alle Stricke reißen und du drohst unterzugehen.

Frage dich ob Schmerzensgeld bei Bänderrissen der Worst Case ist. 

Krankenhaustagegeld und Genesungsgeld halte ich ebenfalls für überflüssig. Wenn überhaupt dann über eine Krankenversicherung. Die leisten auch bei Krankenhausaufenthalten, die keine Unfall als Ursache haben.

Unfallrente, es kommt darauf an. Bei Kindern ist das sicherlich eine Option. Aber auch hier erst die Möglichkeit eine Kinderinvaliditätsversicherung prüfen. Diese beinhaltet mehr Möglichkeiten. Bei Erwachsen kann eine Unfallrente die letzte Option sein um zumindest teilweise ihre Arbeitskraft abzusichern. Also dann, wenn Berufsunfähigkeit und Grundfähigkeit nicht möglich sind.

Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr

Dieses Produkt ist genauso überflüssig wie Alien Versicherung oder eine Hochzeitsrücktrittversicherung. Ich habe keine Ahnung wer sich so einen Kokolores ausgedacht hat. Bei dieser Versicherung gibt es einen Gewinner und einen Verlierer. Und glaube mir, der Gewinner bist nicht Du!

Unfallversicherung und Steuer

Die Beiträge einer privaten Unfallversicherung sind im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar. Ob sie sich aber tatsächlich steuerlich auswirken, kann dir dein Steuerberater sagen.

Wer braucht nun eine Unfallversicherung?

Ein solche Frage ist bei Versicherungen immer subjektiv. Jeder hat ein anderes Sicherheitsempfinden. Menschen schätzt Risiken unterschiedlich ein. Ob eine private Unfallversicherung sinnvoll ist, ist eine persönliche Entscheidung.

Wenn Du bis hierhergekommen bist, hast du die Unfallversicherung verstanden und bist auch in der Lage das Unfallrisiko für dich zu bewerten. Ich helfe Dir hier natürlich gern.

Ich selbst habe schon seit meiner Ausbildung eine Unfallversicherung, die ich immer wieder an die geänderte Situation angepasst habe. Ich hoffe, dass ich sie nie brauche. Aber es gut zu wissen, dass ich sie habe.

Ansonsten, alle die sportlich sehr aktiv sind, Menschen, die viel reisen oder oft mit dem PKW unterwegs sind, sind potenzielle Kandidaten für eine private Unfallversicherung.

Welche Punkte sollten eingeschlossen sein?

Nachfolgend findest du ein paar Merkmale, die unbedingt in deiner Unfallversicherung vorhanden sein sollten:

  • Mitwirkungsanteil: Dieser sollte bei 100% liegen. Dies bedeutet, dass deine Versicherung Leistungen nur kürzen darf, wenn z.B. eine Krankheit, die du hast, nachweislich zu 100% zu diesem Unfall geführt hat.
  • Grundsumme mindestens 40.000€ (Progression 1.000%).
  • Eigenbewegung und erhöhte Kraftanstrengung: über den “erweiterten Unfallbegriff” sind diese Unfallursachen ebenfalls versicherbar. So leisten einige Versicherer, wenn dadurch ein Unfall entstanden ist
  • Schlaganfall, Herzinfarkt: sehr gute Versicherer leisten auch dann, wenn der Unfall durch einen Schlaganfall oder Herzinfarkt verursacht wurde.
  • Alkohol und Medikamente: Weiterhin zahlen einige Versicherer auch, wenn ein Unfall unter Alkohol- oder Medikamenteneinfluss entstanden ist.
  • Beratung durch einen Unfallmanager nach einem schweren Unfall: der Unfallmanager hilft bei der Wahl der Behandlung, Arztwahl, Krankenhauswahl, berät bei der optimalen beruflichen und medizinischen Rehabilitation.
  • Erweiterter Unfallbegriff: Als Unfall gilt auch, wenn an Gliedmassen oder der Wirbelsäule ein Gelenk verrenkt, Muskel, Sehnen, Bänder oder Kapseln gezerrt werden oder zerreissen.