Die Altersvorsorge in Deutschland wird mit dem Drei-Schichten-System aufgebaut.

Dabei dient die erste Schicht als Basisversorgung und ist zum Teil eine Pflichtversicherung.

Die zweite Schicht ist die private, staatlich geförderte Altersvorsorge und die dritte Schicht ist die nicht geförderte, flexible Altersvorsorge. Wie die  3 Schichten im Einzelnen funktionieren kannst Du hier nachlesen.

Wie gehst Du nun vor? In welche Schicht investierst du dein Geld? Wieviel Geld investierst Du?

Ich habe diesen Blog nach Altersgruppen aufgeteilt.

  1. Kassensturz
  2. Einnahmen Ausgaben Check
  3. Zielplanung
  4. Die Mischung macht es
  5. Altersvorsorge für 20 bis 30-Jährige
  6. Altersvorsorgen für 30 bis 40-Jährige
  7. Altersvorsorge für 40 bis 50-Jährige
  8. Altersvorsorge ab 50

Die meisten Artikel, viele Blogs, die sich mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen, beginnen sofort mit Produkterklärungen. Wie sieht es steuerlich aus? Wo sind die Kosten am niedrigsten usw.

Natürlich ist das alles wichtig, jedoch fehlen Schritte, die im Vorfeld gegangen werden müssen.

Mach einen Kassensturz, einen Einnahmen Ausgaben Check und eine Zielplanung!

Du musst wissen, wo du aktuell stehst, du musst prüfen, wofür du aktuell dein Geld ausgibst, du musst wissen wo du hin willst, also, wie hoch soll deine Rente zum Renteneintritt sein.

 

Der Kassensturz

Hast du die wichtigsten Versicherungen abgeschlossen?

Du solltest eine Private Haftpflichtversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Unfallversicherung, eine Krankentagegeldversicherung abschliessen. Bist Du Hausbesitzer, brauchst du eine Wohngebäudeversicherung. Lass dich beraten, welchen Versicherungen für dich in Frage kommen.

Was hast du bis heute an verwertbarem Kapital aufgebaut.

  • Also wie hoch ist das Guthaben deines Bausparvertrages?
  • Wie groß ist dein Investmentdepot?
  • Wie hoch ist der Rückkaufswert der Lebens- und Rentenversicherungen?
  • Wie hoch sind die prognostizierte Ablaufleistungen deiner Renten- und Lebensversicherungen
  • Was steht in der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung als zu erwartende Altersrente zum regulären Renteneintrittsalter?
  • Deine Riester Rente und deine Basis Rente, welche Renten kannst du aus diesen Versicherungsverträgen erwarten?
  • Kannst du im Rentenalter Rentenleistungen aus berufsständischen Versorgungswerken erwarten?
  • Besitzt du eine Betriebliche Altersvorsorge?
  • Was befindet sich auf Tagesgeldkonten, Festgeldkonten, Girokonten?
  • Besitzt Du Immobilien? Wie hoch ist der aktuelle Verkehrswert? Erzielst du daraus Mieteinnahmen oder bewohnst du die Immobilie selbst?
  • Wie sieht es mit Edelmetallen (Gold, Silber, Schmuck), Kunst oder Oldtimern aus?

Du siehst, ein Kassensturz ist nicht in 30 Minuten gemacht. Aber es ist wichtig, dass du den als ersten Schritt bei der Planung deiner Altersvorsorge machst.

 

Einnahmen- Ausgaben Check

So, du weisst jetzt wo du finanziell stehst und wie hoch deine Rente ausfallen wird.

Jetzt stellst du deine Ausgaben auf den Prüfstand.

Dazu eignet sich ein Haushaltsplaner. Du kannst Dir solche als App auf dein Handy laden, eine Excel Tabelle erstellen oder ganz klassisch Stift und Papier verwenden. Wofür du dich entscheidest, ist vollkommen egal. Wichtig ist nur, das du es tust.

Du kannst gern folgenden Haushaltsplaner in Excel verwenden.

Haushaltsplaner Langenlonsheimer Vermögensberatung

Ein Haushaltsplaner, eine Einnahmen- Ausgabenliste zeigt dir auf, wofür du dein Geld ausgibst. Wieviel geht für Konsum weg und was für ratierliche Kosten. Du weisst jetzt, was du mtl. für deine Altersvorsorge investieren kannst.

 

Zielplanung

Bleibt als dritter Schritt die Zielplanung. Je detaillierter du jetzt bist, umso besser ist das. Stehst du am Angang deines Berufslebens, wird das recht schwierig sein. Bist Du 45 Jahre alt oder älter, kannst du hier sicher schon genauer werden.

Was meine ich damit? Wie hoch soll die Rente sein, die du zu Renteneintritt monatlich erhalten willst? Wirst du dann in Deutschland leben oder auf Mallorca? Planst Du eine teure Weltreise usw.?

 

Die Mischung macht es

Grundsätzlich lässt sich sagen, es gibt nicht die eine Versicherung, den einen super ETF, die unschlagbare Aktie oder das Edelmetall. Und nur dieses eine Produkt ist richtig und alles andere ist falsch. Sobald einer das erzählt, suche das Weite.

Alles auf ein Pferd zu setzen hat noch nie funktioniert.

Wage den Spagat zwischen Flexibilität und Förderung.

Legst du großen Wert auf 100%ige Flexibilität, hast du mit Riester Rente, Basis Rente und Betriebliche Altersvorsorge als einzige Form der privaten Altersvorsorge ein Problem.

Legst du großen Wert darauf, dass sich der Staat an deiner Altersvorsorge beteiligt, bist du mit Riester Rente und Basis Rente bestens bedient.

Schaue wir uns das nun mal in verschiedenen Altersgruppen an:

 

Altersvorsorge für 20 bis 30-Jährige 

Wenn du dich bereits zwischen 20 und 30 mit deiner Altersvorsorge beschäftigst, sollte man dir perse schon mal gratulieren. Der Zinseszinseffekt zeigt bei dieser Altersgruppe die größte Wirkung. Besonders viel Wert solltest du als junger Mensch auf Flexibilität legen. Flexibilität meint in diesem Zusammenhang, die Möglichkeit seine Anlageentscheidung an die aktuelle Marktlage anpassen zu können.

In den Zwanzigern stehst du als Arbeitnehmer, Beamte am Anfang deiner beruflichen Laufbahn. Du hast in der Regel noch keine Kinder, noch steht Familienplanung ganz oben auf deiner Liste. Der Wunsch nach der eigenen Immobilie ist auch nicht ausgeprägt. Du verfügst noch nicht über ausreichende Rücklagen, um unvorhergesehene, größere Ausgaben abzufedern. Wie auch, du fängst ja gerade erst an Geld zu verdienen.

Du hast aber einen entscheidenden Vorteil: Wenn du ab dem ersten verdienten Euro etwas für deine Altersvorsorge auf die Seite legst, wird es sich zu einem Automatismus entwickeln. Es wird selbstverständlich sein und bleiben, dass nicht das gesamte Einkommen ausgegeben wird.

Besonders die Produkte der ersten und zweiten Schicht eignen sich für Menschen in den Zwanzigern hervorragend, um eine Altersvorsorge aufzubauen, denn Rürup Rente und auch die Riester Rente sind staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte. Das bedeutet der Staat beteiligt sich mindestens in der Höhe deines Steuersatzes an deiner Altersvorsorge.

Eine Betriebliche Altersvorsorge ist für diese jungen Menschen nicht als erste Wahl zu sehen, da dieses Produkt bei einem Arbeitgeberwechsel nicht die Flexibilität an den Tag legt, die wünschenswert wäre. Handelt es sich um eine rein arbeitgeberfinanzierte Betriebliche Altersvorsorge dann sollte sie auch in Betracht gezogen werden, denn die Beiträge werden ja von deinem Arbeitgeber gezahlt.

Auf jeden Fall sollten sachwertgebundene Altersvorsorgeprodukte gewählt werden. Also fondsgebundene Riester Rentenversicherungen oder Riester Fondssparpläne. Auch die Basisrente sollte fondsgebunden sein.

Tipp 1: Achte darauf, eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit in die Verträge einzuschliessen. Im Falle einer Berufsunfähigkeit übernimmt dann die Versicherungsgesellschaft die komplette Beitragszahlung. Einige Gesellschaften übernehmen sogar zusätzlich die Dynamik.

Tipp 2: mit nur 50€ monatlich kann ein 25jähriger Mensch selbst mit Versicherungsprodukten eine zusätzliche Altersrente von ca. 400€ zum Renteneintritt mit 67 Jahren erreichen.

 

Altersvorsorgen für 30 bis 40-Jährige

Das Alter zwischen 30 und 40 Jahren ist eine sehr gute Zeit, sich nicht nur langsam Gedanken, um die finanzielle Versorgung im Alter zu machen, sondern die Altersvorsorge direkt in Angriff zu nehmen. In weniger als 40 Jahren ist das Rentenalter erreicht.  Das hört sich zwar erstmal nach viel an. Aber die Wirkung des Zinseszinseffektes nimmt mit jedem Jahr ab. Jedoch kannst du jetzt selbst noch mit kleinen Beiträgen viel erreichen, wenn du sofort mit deiner Altersvorsorge beginnst, beziehungsweise deine bisherigen Bemühungen sinnvoll ergänzt.

In den Dreißigern sind die meisten jungen Menschen in ihren Berufen als Arbeitnehmer oder Beamte etabliert. Sie haben oft Kinder oder befassen sich aktuell mit der Familienplanung.

Eventuell gehörst du zu den Menschen, die sich mit den eigen vier Wänden beschäftigen oder sogar schon die Baufinanzierung unter Dach und Fach und somit die Miete durch die Finanzierungsraten ersetzt haben.

Menschen ab 30 verfügen darüber hinaus im Regelfall über finanzielle Rücklagen, aus denen nicht nur der nächste Urlaub bezahlt werden kann, sondern im Notfall ebenso unvorhergesehene, größere Ausgaben.

Nun gilt es als nächsten Schritt die finanzielle Planung der Rente zu optimieren oder zu starten.

Auch für die Menschen in den Dreißigern sind die Produkte der ersten und zweiten Schicht besonders attraktiv. Also Riester Rente und Basis Rente. Zusätzlich gewinnt nun die Betriebliche Altersvorsorge an Bedeutung. Ob Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionszusage, Pensionsfonds oder Unterstützungskasse muss mit dem Arbeitgeber ausgehandelt werden.

Du solltest weiterhin auf Sachwertbildung achten.

Tipp 1: Achte bei Riester Rente , Basis Rente und auch bei der Betriebliche Altersvorsorge auf die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit. Im Falle einer Berufsunfähigkeit übernimmt dann die Versicherungsgesellschaft die komplette Beitragszahlung. Einige Gesellschaften übernehmen sogar zusätzlich die Dynamik.

Tipp 2: mit nur 100€ monatlich kann ein 30jähriger Mensch selbst mit Versicherungsprodukten eine zusätzliche Altersrente von ca. 400€ zum Renteneintritt mit 67 Jahren erreichen.

Tipp 3: die Basisversorgung im Rentenalter, also die Summe, die du jedem Monat benötigen wirst, baust du dir über Versicherungen auf. Versicherungen garantieren dir eine lebenslange Rentenzahlung, egal wie sich Börse, Aktien etc. entwickeln. Alles darüber hinaus, kannst Du mit Sparplänen in Investmentfonds, ETF`s, Aktien generieren.

 

Altersvorsorge für 40 bis 50-Jährige

Der Mensch zwischen 40 und 50 Jahren hat in der Regel ziemlich genaue Vorstellungen darüber, wie er später einmal seinen Lebensabend verbringen möchte. Diese Vorstellungen sind jedoch nicht immer mit der dafür notwendigen finanziellen Vorsorge verbunden. Hast du in den Vierzigern noch keine oder nur unzureichende Maßnahmen zur Altersvorsorge ergriffen, wird es nun höchste Zeit dafür. Wenn du hingegen bereits gut versorgt bist, aber die finanziellen Mittel für eine zusätzliche Vorsorge hast, können bestehende Verträge jederzeit ergänzt werden.

Ein Patentrezept für die private Altersvorsorge gibt es leider nicht. Insbesondere wenn du erst in den Vierzigern mit der Altersvorsorge beginnst, ist es sehr stark von deiner persönlichen Situation abhängig, welche Produkte aus dem Drei Schichten Modell überhaupt für dich sinnvoll sind. Es ist aber noch nicht zu spät, um auch mit 40 bis 50 noch mit dem Aufbau einer Zusatzrente zu beginnen.

Der Vorteil, den du hast, ist ein vermutlich sehr guten Überblick über deine Ein- und Ausgaben und das Wissen, welchen Teil deines verfügbaren Nettoeinkommens dir maximal für die Altersvorsorge zur Verfügung steht. Es bleibt dir zwar weniger Zeit bis zur Rente, um ein finanzielles Polster anzusparen. Jedoch ist deine berufliche Situation im Regelfall nicht mehr so unsicher wie die eines Zwanzigjährigen. Aus diesem Grund spricht meist nichts dagegen, nun endlich für deinen späteren Lebensabend vorzusorgen.

Riester Rente, Basis Rente und Betriebliche Altersvorsorge passen auch für dieses Personenkreis. Auch die Sachwertbildung spielt immer noch eine tragende Rolle.

Tipp 1: Wenn du 40 Jahre alt bist und jetzt mit deiner Altersvorsorge beginnst, kannst du auch mit sehr sicheren Versicherungsprodukten mit monatlich 200 Euro eine zusätzliche Rente von über 400 Euro ab einem Alter von 67 Jahren aufbauen.

Tipp 2: Wenn es möglich ist, vereinbare eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit. Im Falle einer Berufsunfähigkeit übernimmt dann die Versicherungsgesellschaft die komplette Beitragszahlung. Einige Gesellschaften übernehmen sogar zusätzlich die Dynamik.

 

Altersvorsorge ab 50

Die Rente ist sicher!

So hat es Norbert Blühm einst felsenfest behauptet. Inzwischen sind wir eines Besseren belehrt worden. Der demografische Wandel sorgt dafür, dass die heutigen Berufstätigen immer weniger aus der Gesetzlichen Rentenversicherung an Altersrente erhalten werden. Die heute 50 bis 59-jährigen trifft das besonders hart. Anders als heute, war das Thema Altersvorsorge vor 30 Jahren weitaus weniger priorisiert.

Wer in diesem Alter seine Rente aufstocken will, muss einiges beachten. Die meisten Vorsorgeprodukte sind darauf ausgelegt, über einen langen Zeitraum kontinuierlichen Wertzuwachs zu erzielen. Jetzt gilt es die Altersvorsorge genau an die persönlichen Lebensumstände anzupassen. Sind bereits Vorsorgeprodukte vorhanden, dann sollten diese, wenn nötig optimiert und angepasst werden. Aktienfonds sollte im Auge behalten werden und nach und nach in schwankungsärmere Anlagen umgeschichtet werden. Hier kann ein Profi helfen. Mit einem Aktiendepot sollte analog verfahren werden.

Wer bis jetzt noch nichts in Sachen private Altersvorsorge unternommen hat, muss deutlich mehr monatlichen Kapital aufbringen, um eine nennenswerte Altersvorsorge zu erreichen.

Der Vorteil, den dieser Personenkreis hat, ist in der Regel eine beruflich gefestigte Situation, Die eigene Immobilie ist fast abbezahlt. Dadurch wird monatliches Kapital frei.  Es ist also noch nicht zu spät.

Vielleicht willst du in den letzten Jahren vor der Rente in Altersteilzeit gehen. Oder du musst aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten, wodurch sich dein Einkommen ebenfalls verringert. Der Berufsanfänger hat andere Prioritäten an seine finanzielle Situation. Er plant für Wohnungseinrichtung, Familie und die eigene Immobilie. Diese Faktoren spielen für Menschen ab 50 meist keine Rolle mehr.

Tipp 1: Fang jetzt mit deiner Altersvorsorge an! Mit zum Beispiel einer monatlichen Zahlung von 300 Euro kann die Rente spürbar aufstockt werden. Je nach Altersvorsorgeprodukt profitierst du dabei zusätzlich von attraktiven Steuervorteilen.

Tipp 2: Kapital aus Erbschaften oder freiwerdende Bausparverträge kann über Einmalzahlungen in steuerlich begünstigte Altersvorsorgeprodukte investiert werden.

Tipp 3: Eine genaue Bestandsaufnahme ist hier unabdingbar. Es bleibt wenig Zeit und die muss optimal genutzt werden. Hier kann eine Zwei Konten Strategie sehr hilfreich sein.

Tipp 4: Ein Berater kann dir helfen. Er kennt sich mit der aktuelle Produktpalette aus. Er weiss um die Vor- und Nachteile der verschiedenen Vorsorgeprodukte.

Tipp 5: 25% des Nettoeinkommens sollten mindestens für die Altersvorsorge aufgewendet werden. Ob das schlussendlich ausreicht, kann ein Experte mit dir gemeinsam erarbeiten.