Einbrecher in der Wohnung – was im TV-„Tatort“ für wohligen Grusel sorgt, ist in der Realität für die meisten Menschen eine Katastrophe. Der größte Schaden besteht dabei oft gar nicht im Verlust wertvoller Gegenstände, sondern darin, dass das Gefühl von Sicherheit in den eigenen vier Wänden abhanden kommt. „Jeder Fünfte will nach der Tat umziehen oder tut es auch. Was kannst du selber tun um Einbrechern das Leben schwer zu machen?

 


Wirksamer Einbruchschutz

Allein die Gefahr, dass es einmal so weitkommen könnte, sollte für dich Grund genug sein, potenziellen Einbrechern den Riegel vorzuschieben. Vor allem in der dunklen Jahreszeit lohnen sich Schutzmaßnahmen: Anders als die meisten glauben, geschehen drei Viertel aller Haus- und Wohnungseinbrüche in der Zeit zwischen Ende Oktober und Anfang März – und zwar tagsüber, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind, weiß der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

 


Fenster und Türen sichern

Darüber, wie die vorbeugenden Schutzmaßnahmen genau aussehen sollten, informiert die Polizei regelmäßig zum Start jeder Einbruchsaison. Als wichtigste Präventionsmaßnahmen empfehlen die Experten mechanische Anpassungen. Dazu gehören beispielsweise mit sogenannten Pilzkopfzapfen versehene Fenster und Türen. Durch diese spezielle Sicherung wird verhindert, dass Einbrecher die Fenster oder Türen einfach aufhebeln können. Ein wichtiger Schutz – immerhin gelangen rund 80 Prozent der Langfinger so ins Haus. Auch abschließbare Fenstergriffe und Rollläden gehören zu den wirkungsvollen mechanischen Sicherungen, die recht einfach einzubauen beziehungsweise nachzurüsten sind.

Den Rolladen nicht ganz runter zu lassen, damit es die Katze nicht so dunkel hat oder die Pflanzen wenigsten etwas Licht bekommen, kannst du gleichsetzen mit Auto zwar abschließen, aber die Fenster einen Spalt offen lassen, damit es nachher nicht so warm im Auto ist!

 


Elektr(on)isch „aufrüsten“

Auch Licht kann Einbrecher vertreiben.  Hell erleuchtete Fenster lassen vermuten, dass Bewohner zu Hause sind. Und im LED Zeitalter sind die dadurch verursachten Kosten überschaubar. Bewegungsmelder sorgen dafür, dass der Einbrecher schnell im ungewollten Rampenlicht steht. Der Klassiker unter den Einbruchsschutzmaßnahmen, die Alarmanlage, schützt das Haus durch schrille Töne und automatisches Verständigen eines Sicherheitsdienstes. Und seit Kurzem haben sich auch Smart-Home-Anwendungen wie Alarmdetektoren und Anwesenheitssimulationen bewährt – am besten in Kombination mit den mechanischen Maßnahmen, um gemeinsam für einen Rundumschutz von Haus oder Wohnung zu sorgen.

 


Dem Dieb keine Zeit lassen

Unterschiedliche Studien haben gezeigt: Gelingt es dem Eindringling nicht, sich innerhalb von wenigen Minuten Zugang zur Wohnung zu verschaffen, gibt er in der Regel auf und versucht es möglicherweise woanders. Gute Schutzmaßnahmen sind daher unerlässlich.

 


Versicherungsschutz beachten …

Wer es den Langfingern besonders einfach macht, Fenster und Türen unverriegelt oder gar offen stehen lässt, kann darüber hinaus seinen Versicherungsschutz riskieren. Und der sollte doch im Fall des Falles das Ersetzen des materiellen Schadens garantieren.

Gut zuwissen: Sogar gestohlenes Bargeld wird bis zu einem Wert von etwa 1.500 Euro, bei sehr guten Versicherungen sogar bis zu 3.000 Euro erstattet.

Das Ersetzen entwendeter Gegenstände erfolgt mit einer sogenannten Stehlliste, die der/die Bestohlene ausfüllen muss. Um den Diebstahl zu belegen, sollten für alle aufgeführten, wertvollen Gegenständen Quittungen beigefügt werden. Für die Entschädigungszahlungen gibt es Höchstgrenzen. Diese können steigen, wenn Wertsachen in einem fachmännisch fixierten Tresor eingeschlossen waren. „Bei Schmuck, für den es keine Kaufbelege gibt, könnten Fotos als Besitznachweis dienen – am besten solche, die Ketten, Ringe, Manschettenknöpfe, Ohrringe oder Armbänder am Körper der bestohlenen Person zeigen“. Schmuck gehört neben Laptops, Smartphones und anderen kleineren technischen Geräten zu den bevorzugten Diebesgütern.

So ziemlich jeder hat heut irgendwo eine Cloud. Viele Softwareanbieter stellen in einer kostenlosen Basisversion wischen 3 bis 5 Gigabyte zur Verfügung. Lade einfach Kaufbelege und Fotos in die Cloud. So kannst du jeder den Nachweis erbringen. Einmal im Jahr machst du von jedem Raum deiner Wohnung Fotos.

Wer es beweisen kann, muss es nicht behaupten!

 


… und regelmäßig aktualisieren

Damit Einbruchsopfer nach dem ersten Schrecken keine weiteren bösen Überraschungen erleben müssen, wenn es um Versicherungsfragen geht, sollten man seinen Versicherungsschutz regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls die Leistungssumme anpassen lassen. Das ist nicht nur bei Umzügen in eine kleinere oder größere Wohnung wichtig – auch die Versicherungsbedingungen ändern sich über die Jahre.

 


Wer zahlt was?

Wenn Einbrecher Wertgegenstände mitnehmen, Chaos anrichten und Schäden verursachen, ist es gut, versichert zu sein, um zumindest den materiellen Verlust ersetzt zu bekommen. Dafür sind zwei Versicherungen wichtig:

Hausratversicherung Diese Versicherung ist im Einbruchsfall dafür zuständig, den Wert entwendeter, beschädigter oder auch zerstörter Gegenstände zu ersetzen. Sie gilt als Basisversicherung, die jeder – ob Mieter oder Immobilienbesitzer – haben sollte. Sie kommt für die Regulierung aller Schäden, die mit dem Hausrat in direkter Verbindung stehen, auf. Dazu gehören auch vom Einbrecher verursachte Schäden an Türen und Fenstern, wenn diese den versicherten Hausrat direkt „umschlossen“ haben. Ergänzend ist eine Glasversicherung empfehlenswert, da Gegenstände aus Glas eine besondere Absicherung benötigen.

Wohngebäudeversicherung Diese Versicherung ist wichtig für alle, die ein Haus ihr Eigen nennen. Sie ist für die Regulierung von Schäden am Gebäude selbst zuständig – also zum Beispiel, wenn bei einem Einbruch Wände beschädigt werden. Sie greift zudem auch etwa bei Feuer- oder Sturmschäden.