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Der Weltspartag findet seit 1929 in der letzten Oktoberwoche statt. Die Idee für diesen Tag geht auf den 1. Internationalen Sparkassenkongress 1924 zurück.
Dabei ging es seinerzeit um die Förderung des Spargedankens. Das hat sich leider deutlich gewandelt. Einige Gründungsländer sind sogar gar nicht mehr dabei.

Auf der Suche nach vergleichbaren Blog Artikel bin ich leider immer wieder nur auf Dinge gestoßen, die da lockten mit 195 Spartipps, 40 einfach Spartipps für Geizhälse, einfach Geld sparen, usw.
Bei all diesen Artikeln ging es jedoch nur darum Kosten zu sparen und den Konsum zu senken. Und das teilweise mit fragwürdigen Methoden.

Ich wollte aber keinen Blog schreiben, den man als „Sparen wie die Schwaben“ bezeichnen kann. Mir geht darum das Sparen im Sinne von Geld auf die Seite zu legen. Mir geht es um langfristigen, nachhaltigen Kapitalaufbau.

Damit mich hier niemand falsch versteht, ich bin sehr dafür seine Ausgaben regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Meine Kunden können davon ein Lied singen.
In diesem Blog geht es aber nicht um die Reduzierung der Kosten, sondern um das Sparen in Sinne von Geld zurückbehalten.

Also was tust du mit dem Geld, welches Du einsparst, weil du in Zukunft die Weihnachtsgeschenke nicht mehr kaufst, sondern selbst bastelst.
Wir alle wissen, dass Kinder die Erwachsenen kopieren.
Das trifft auch auf den Umgang mit Geld zu. Wenn die Eltern einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld vorleben, werden die Kinder das in aller Regel auch tun.

Mittwoch, 30. Oktober 2019 – Weltspartag – für mich Grund genug, einen Blog Artikel über das Sparen zu schreiben.

 

Was bedeutet Sparen?

Ich unterscheide hier zwischen Häufchen machen und langfristigem, nachhaltigem Kapitalaufbau.
Also unter Häufchen machen verstehe ich, für 4 bis 8 Monate etwas Geld auf die Seite zu legen und es dann für den Dispo, das neue Handy oder den Jahresbeitrag der Kfz Versicherung wieder auszugeben.
Es ist absolut nichts falsch daran, Häufchen zu machen. Nur darüber handelt mein Blog Artikel nicht.

Nachhaltiger, langfristiger Kapitalaufbau geht regelmäßig über mehrere Jahre, ohne dass das angesparte Kapital angegriffen wird.

 

Warum ist sparen so wichtig?

nun, es sprechen mehrere Gründe dafür.

  • Du vermeidest in die Schuldenfalle zu tappen. Wie schnell werden aus 500 € Dispokredit 5.000 € Konsumdarlehen. Und schon dreht sich die Schuldenspirale unaufhörlich nach unten.
  • Große Anschaffungen, wie zum Beispiel die eigene Immobilie kannst du teilweise bar bezahlen. Dadurch erhältst erstens von der Bank einen besseren Zinssatz auf die noch zu finanzierende Summe und zum zweitens kannst du durch die geringere Darlehenssumme eine höhere Tilgungsrate vereinbaren und sparst dir nochmal Zinsen, da du dann die Baufinanzierung früher zurückgeführt hast.
  • Es ist sicher auch schon bis zu dir vorgedrungen, dass die staatliche Rente im Alter recht mager ausfallen wird. Je mehr du die gesetzliche Altersrente durch eigene Mittel aufstocken kannst, umso weniger musst du dich in deinem Lebensabend einschränken.
  • Nicht außer Acht zu lassen ist der psychologische Faktor. Es schläft sich abends deutlich besser ein, wenn du weißt, dass du alle Rechnungen bezahlen kannst, dass du problemlos die Autoreparatur bar zahlen kannst. Das du nicht deine Eltern anpumpen musst, weil alle Versicherungen im Januar fällig werden. Geld allein macht nicht glücklich oder Geld ist nicht alles. Jeder hat das schonmal gehört. Aber schau doch das nächste Mal genau, wer diese Floskeln benutzt! Oft sind es die, die nicht sparen, die verschuldet sind, die nicht mit Geld umgehen können.

Welche Einstellung hast du zum Thema Geld?

 

Wie viel solltest du zur Seite legen?

Nicht zu viel und nicht zu wenig ist genauso falsch wie hier einen festen Betrag zu nennen.
Wie viel du auf die hohe Kante legen solltest, ist von mehreren Faktoren abhängig.

  • Für welches Ziel sparst du? Damit meine ich, was wird das, wofür du sparst kosten und wann soll es angeschafft werden.
  • Wie hoch ist dein aktuelles Einkommen und was geht davon für Konsum und Ausgaben weg?
  • Wie alt bist Du und wie sieht dein beruflicher Werdegang aus, also was kommt da noch an Einkommenssprüngen oder an Auszeiten?
  • Es ist grundsätzlich erstrebenswert, über 10% vom Nettoeinkommen zu sparen. Sparen kann auch damit anfangen, Konsumschulden abzubauen.

 

Wohin solltest Du es legen?

Frage 100 Leute und du erhältst 100 unterschiedliche Antworten.

Unterhältst du dich mit einem Immobilienmakler, wird er dir sage, dass Betongold, also Immobilien das einzig Wahre sind.
Der Goldhändler, wird dir Gold als das einzige Nachhaltige anpreisen, denn das gibt es nur begrenzt und Papier kann verbrennen.
Der Anlageberater kommt mit Aktien und ETF´S daher. Total flexibel, geringe Kosten und langfristig unschlagbar.
Dann gibt’s da noch den Versicherungsmakler, Versicherungsvermittler. Der ist felsenfest davon überzeugt, dass nur Versicherung perfekt zu sparen geeignet sind. Da kommen dann Argumente wie, Garantie, biometrische Risiken etc.
Nicht zu vergessen, der Bausparkassenvertreter, der Antiquitätenhändler, der Oldtimer Händler, jeder ist sich sicher dass, seins das einzig Wahre ist.

Meine Meinung: Alles Kokolores!

Was wollen die denn anderes sagen? Die haben doch nur das eine Produkt in Angebot. Warum soll dich denn der Bausparkassenvertreter zum Versicherungsmakler schicken und dem das Geschäft überlassen?
Hier mal eine ganz wilde Theorie, die sich schon über Jahrhunderte durchgesetzt hat.

Aber dann ist es ja gar keine Theorie mehr …🤔

Das Zauberwort heißt STREUEN. Teile deine Geldanlagen, deine Sparbeiträge auf verschiedene Produkte bzw. Produktgruppen auf. Erstelle einen Mix aus Aktien, aus Fonds, Versicherungen, Immobilien usw.

Beachte Anlegergrundsätze wie Sicherheit, Verfügbarkeit, Flexibilität, Rendite und INFLATION.

Und immer solltest du es mit der Risikobereitschaft nicht übertreiben.

 

Das Zwei-Konten-Modell

Ein sehr bewährtes Mittel, um nachhaltig zu sparen ist die von mir geliebte Zwei Konten Methode. Wie die genau funktioniert, kannst du hier nachlesen und hier dir anhören.
Die Idee bei der Zwei Konten Strategie ist so simpel wie genial.

Trenne die Ausgaben vom Konsum!

Konsum ist alles das, was nicht zu den monatlichen Fixkosten hört. Also, Kleidung, Nahrung, Benzin, Partys, Alkohol und Zigaretten, Kosmetik, Restaurantbesuche, Arztkosten, Tierfutter usw.

Gehalt und Ausgaben auf ein Konto und Konsum vom zweiten Konto. Als fester Dauerauftrag geht vom Gehalts-Ausgabenkonto ein Dauerauftrag auf Konsumkonto. Das muss für einen Monat reichen. Nach 6 bis 12 Monaten wird geschaut, was sich auf dem Gehaltskonto angesammelt hat. Das Geld wird dann entsprechend der Zielsetzung und Risikobereitschaft angelegt.

Glaub mir, das funktioniert perfekt.

 

Sachwertanlagen bedeutet Inflationsschutz

Die Inflation bekommt auch in diesem Blog Artikel einen eigenen Abschnitt.
Was genau Inflation bedeutet, kannst du hier nachlesen.

Da wir eingangs geklärt hatten, dass wir in diesem Blog über den langfristigen, nachhaltigen Kapitalaufbau sprechen, können wir die Inflation nicht außer Acht lassen.
Wenn wir die realistische Annahme von 2 bis 3 % Inflation pro Jahr zugrunde legen, bedeutet das eine Halbierung der Kaufkraft alle 30 Jahre.
Demzufolge sollten deine Geldanlagen mindestens eine Rendite erwirtschaften, welche die Inflation auffängt.

Du kannst dem Kaufkraftverlust entgegenwirken, indem du in sogenannte Sachwertanlagen investierst. Damit ist gemeint, dass du in Werte investierst, die du greifen, die du anfassen kannst. Also nicht in reines Geld.
Was meine ich damit? Hier einige Beispiele: Immobilien, Rohstoffe wie Gold und Silber, aber auch Aktien und Aktienfonds, das alles sind Sachwertanlagen. Dagegen sind Anlagen in Sparbücher, in Bausparverträge in Bundesschatzbriefe  Geldwertanlagen.

 

Kassensturz am Jahresende

Auch zum Kassensturz findet man im Internet lediglich Artikel über Versicherungen überprüfen, Strom-, Gas- und Handytarife überprüfen. Das ist natürlich auch richtig und auch wichtig.
Hier geht es darum, zu prüfen, ob der eingeschlagene Weg zum nachhaltigem, langfristigen, Kapitalaufbau immer noch der Richtige ist. Prüfe ob du noch auf Kurs bist. Dein Vermögen sollte sich im Vergleich zu Vorjahr vermehrt haben.

Wie hoch ist dein Immobilienvermögen, dein Depot, deine Edelmetalle. Hat sich die von dir prognostizierte Wertentwicklung erfüllt? Sind deine Anlagen in der aktuellen Wirtschaftslage noch sinnvoll oder solltest du Anpassungen bzw. Umschichtungen vornehmen? Folgen etwaige Kursrückgänge einem langfristigen Trend oder solltest du hier erstmal abwarten und beobachten.

Bedenke hierbei stets die Börsenweisheit: Vieles Hin und Her macht ganz schnell die Taschen leer.

Das Jahresende ist dafür immer ein guter Zeitpunkt, weil es dann oft etwas ruhiger ist. Grundsätzlich eignet sich aber auch jedes andere Datum. Du solltest nur darauf achten, jedes Jahr den gleichen Zeitraum für den Kassensturz zu wählen.

Aber auch die Zielsetzung kann sich ändern. Dann bedarf es natürlich auch einer Anpassung der Aktivitäten.

 

Du brauchst einen Berater

Bitte lies weiter. Den Berater benötigst du nicht, weil du nicht weißt wie ein Investmentfonds funktioniert oder wie der Kurs vom Gold ist. Das Internet ist voll von Wissen und es ist jederzeit kostenlos abrufbar.

Ein Berater hilft dir dabei das Gesamtkonzept zu erstellen, er hilft dir dabei den Kurs einzuschlagen und ihn zu halten. Dein Berater hilft dir dabei Trends zu erkennen.
Der Berater hat deine Geldanlagen im Blick, wenn es bei dir mal stressig ist und du keine Zeit hast, wenn du krank bist, wenn du im Urlaub bist.

Jeder erfolgreiche Mensch hat einen Berater. Oft ist es sogar ein ganzes Team. Im Sport heißt er Trainer, im Gesundheitswesen heißt er Arzt, im zwischenmenschlichen Freund und Freundin.
Es ist kein Zeichen von Schwäche, es ist genau das Gegenteil.
Du brauchst einen Berater!