Welche Versicherungen solltest du als Mieter einer Wohnung haben?

Unterschiedliche Lebenssituationen erfordern unterschiedlichen Versicherungsschutz.
Es gibt Pflichtversicherungen wie zum Beispiel die Krankenversicherung, die KFZ-Versicherung oder die Berufshaftpflicht und die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für einzelne Berufsgruppen. Dann gibt es sogenannte Must-have-Versicherungen, oder wie ich es gern bezeichne, die „finanziellen Grundnahrungsmittel“. Schauen wir uns heute mal an, welchen Versicherungen du als Mieter einer Wohnung abschießen solltest, um im Falle des Falles optimal versichert zu sein. Und wir klären ein für all Mal, ober der Vermieter den Abschluss bestimmter Versicherungen verlangen darf.

Als Arbeitnehmer gliedern sich deine Versicherungen in Pflichtversicherungen und private Versicherungen auf. Und um es noch etwas komplizierter zu machen, gibt es auch noch private Versicherungen die Pflicht sind.

Pflichtversicherungen:

– Krankenversicherung (gesetzlich pflichtversichert, gesetzlich freiwillig versichert und privat versichert)
– Rentenversicherung (gesetzliche Rentenversicherung, Versorgungswerke)
– Arbeitslosenversicherung
– Pflegeversicherung
– Gesetzliche Unfallversicherung.

 

Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung ist in Deutschland eine Pflichtversicherung. Seit 2007 schreibt der Gesetzgeber dies vor. Egal ob du Pflichtmitglied, freiwilliges Mitglied oder privatversichert bist.
Du musst krankenversichert sein. Das ist auch gut so, denn du hast nur diesen einen Körper.

Rentenversicherung

Festangestellte Arbeitnehmer sind Pflichtmitglieder in der Deutschen Rentenversicherung. Sie gehört wie die Krankenversicherung, die Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung zur Sozialversicherung. Deren Entstehung ist auf den Reichskanzler Otto von Bismarck in Jahre 1883 zurückzuführen. Die Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung werden von deinem Bruttogehalt errechnet und teilen sich zu je 50 Prozent dein Arbeitgeber und du selbst. Aktuell liegt der Beitragssatz bei 18,6 Prozent. Dein Anteil beträgt dann also 9,3 Prozent.

Arbeitslosenversicherung

Auch die Arbeitslosenversicherung gehört zum sozialen Sicherungssystem in Deutschland. Deren Ziel ist es, Menschen ohne eigenes Einkommen eine einigermaßen finanziell erträgliches leben zu ermöglichen und die Zeit bis eine neue Arbeite gefunden ist zu überbrücken. Der Beitragssatz beträgt 2,4 Prozent und wird auch von deinem Bruttoeinkommen berechnet und dein Arbeitgeber darf 50 Prozent des Beitrages übernehmen.

Gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft)

Die letzte Versicherung im Paket der Sozialversicherung ist die gesetzliche Unfallversicherung.
Die gute Nachricht zuerst: du musst den Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung nicht bezahlen. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet seine Mitarbeiter bei der Berufsgenossenschaft anzumelden und auch dort zu versichern. Den Betrag zur gesetzlichen Unfallversicherung trägt er allein. Der Versicherungsschutz ist jedoch begrenzt. Versichert bist du auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Weiterhin sind Arbeitsunfälle und anerkannte Berufskrankheiten versichert. In deiner Freizeit bist du also über die Berufsgenossenschaft nicht versichert. Dafür solltest du eine private Unfallversicherung abschließen. Aber dazu weiter unten mehr.

 

Finanzielle Grundnahrungsmittel

– Private Haftpflichtversicherung
– Berufsunfähigkeitsversicherung
– Unfallversicherung

 

 

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Private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung ist keine Pflichtversicherung, sollte sie aber sein.
Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt ganz klar, dass derjenige der andere aus Versehen, fahrlässig, grob fahrlässig oder vorsätzlich einen Schade zufügt, verpflichtet ist, den Schaden vollumfänglich zu ersetzen. Dabei schützt die private Haftpflicht nicht nur dich als versicherte Person, sondern auch den, dem der Schaden zugefügt wird. Der arme Tropf kann sich dann sicher sein den Schaden ersetzt zu bekommen, selbst wenn du ihn aus eigenen Mitteln nicht ersetzen kannst. Das ist auch einer der Hintergründe, weshalb eine Kfz-Haftpflicht Versicherung Pflicht ist.
Wenn du anderen Personen körperlich, oder finanziell schädigst, musst du den Schaden ersetzen. Dazu zählt auch, wenn du einen Schaden in der Mietwohnung verursachst. Viele Vermieter verlangen einen Nachweis über eine Haftpflichtversicherung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Wichtigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist vielen Menschen heute immer noch nicht klar. Die Wichtigkeit verdeutlicht sich vielleicht, wenn wir stattdessen das Wort „Ausgabenabsicherung“ benutzen. Denn genau das tut sie. Wenn du aus gesundheitlichen Gründen keine Einkommen mehr erzielen kannst, erhältst du eine monatliche Rente, um deine Ausgaben und deinen Konsum sicherzustellen. Damit du deine Miete auch weiterhin zahlen kannst, brauchst du eine BU Versicherung.

Unfallversicherung

Wer durch einen Unfall eine dauerhafte Invalidität erleidet, dem entstehen meist zusätzliche Kosten, die durch allein kaum gedeckt werden können. Um- oder Neubau, Blindenhund, Behandlungskosten, Pflegekosten, eine Unfallversicherung übernimmt diese Kosten, indem sie dir eine einmalige Geldleistung auszahlt. Wie viel kommt auf den Vertrag an. Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung erstreckt sich der Wirkungsgrad auf 24 Stunden am Tag und ist weltweit ausgelegt. Eine Bedarfsermittlung ist genauso wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sehr wichtig und ist über reine Online-Portale nicht darstellbar.

Dringend empfohlene Versicherung als Mieter

– Hausratversicherung
– Rechtsschutzversicherung

 

Hausratversicherung

Wenn du eine Hausratversicherung abschließt, versicherst du deinen Hausstand gegen Schäden deines durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser, Einbruch, Diebstahl und Vandalismus ab. Brennt zum Beispiel das Haus komplett ab, deckt die Wohngebäudeversicherung des Vermieters den Neubau des Hauses ab. Aber dein Hausrat ist da nicht dabei. Dafür brauchst du eine Hausratversicherung. In Top-Tarifen hast du eine unbegrenzte Versicherungssumme und musst dir keine Gedanken über eine etwaige Unterversicherung machen. Was du aber wissen musst, im Schadensfall bist du zum Nachweis verpflichtet. Also heben Anschaffungsrechnungen auf, fotografiere einmal im Jahr deine Wohnung, dann bist du auf der sicheren Seite.

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Rechtsschutzversicherung

Recht haben und Recht bekommen ist oft ein großes Problem. Über den Mietrechtsschutz, auch Wohnungsrechtsschutz genannt, schützt du dich gegen ungerechtfertigte Maßnahmen deines Vermieters. Das kann eine unrechtmäßige Mieterhöhung sein, eine falsche Kündigung oder bei Mängeln an der Wohnung. Auch hier gibt es Unterschiede in den einzelnen Tarifen. Durch die Vereinbarung lassen sich Versicherungsbeiträge einsparen. Wenn du alles richtig gemacht hast und einen Top-Tarif gewählt hast, sinkt die Selbstbeteiligung jedes Jahr etwas ab, in dem du die Rechtsschutzversicherung nicht in Anspruch nimmst.

 

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All diese Versicherungen brauchst du nicht, wenn du reich bist. Also so richtig reich!

Dürfen bestimmte Versicherungen im Mietvertrag gefordert werden?

In sehr vielen Mietverträgen ist festgehalten, dass der Mieter sich verpflichtet eine Haftpflichtversicherung und oder eine Hausratversicherung abzuschließen.

Dass der Abschluss dieser Versicherung sehr wichtig ist, haben wir ja schon festgestellt. Es berechtigt den Vermieter aber nicht, dies von dir zu verlangen. Solche Zusätze in Mietverträgen werden vor Gericht kaum Bestand haben.

Das vorweg, denn es gibt Ausnahmen, die unter die sogenannten Individualvereinbarungen fallen:

Aquarium – besitzt ein Mieter ein sehr großes Aquarium, so muss er in der Regel ohnehin prüfen, ob das Gebäude das Gewicht überhaupt aushält. In diesem Fall kann der Vermieter individuell mit dem Mieter eine Vereinbarung treffen, dass das Aquarium haftpflichtversichert wird. Diese gilt insbesondere für die Fälle, dass sehr große Becken auslaufen und einen massiven Wasserschaden verursachen.

Hunde – ab einer bestimmten Größe ist es notwendig, die Zusage vom Vermieter zu erhalten, dass Hunde erlaubt sind. Darf der Hund nach Vereinbarung auch das Gartengrundstück betreten oder frei auf dem umzäunten Grundstück herumlaufen, so kann der Vermieter eine Tierhalterhaftpflichtversicherung verlangen.

Bei Mietverträgen über gewerblich genutzte Räumlichkeiten gelten übrigens andere Regelungen. Hier ist der Passus zur verpflichteten Haftpflichtversicherung rechtlich wirksam.

Was übrigens in keinem Fall erwartet werden kann, ist der Abschluss einer Versicherung bei einer bestimmten Gesellschaft. Egal ob gewerblich oder privat – der Versicherungsnehmer entscheidet eigenständig darüber, bei welcher Versicherung er einen Vertrag abschließt.

Fazit – ein Vermieter darf Vieles wünschen!
Nur bedeutet das nicht, dass ein Mieter darauf hören muss. Dennoch schadet es nicht, zumindest über den Abschluss einer Hausrat- und Haftpflichtversicherung nachzudenken, denn im Ernstfall ist es gut, sie zu haben. Die Verträge sind nicht teuer und verhindern zumindest, dass das Verhältnis zum Vermieter gleich zu Beginn gereizt ist.

 

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