Viele meiner Kunden sind aktuell ins Home Office abgestellt, da viele Arbeitgeber nicht die nötigen Sicherheitsvorschriften einhalten können, die mit der CORONA Pandemie einhergehen.  Die wenigsten wissen, wie es um den Versicherungsschutz bestellt ist, wenn Sie zu Hause arbeiten. In diesem BLOG Beitrag kläre ich auf, wie die Rechtslage ist, was du beachten musst und was du selber tun kannst um dennoch optimal versichert zu sein.


Der Normalfall

Vor Eintritt der weitreichenden Sicherheitsmaßnahmen war Home Office Arbeit für viele Menschen kein Thema. Morgens ins Auto, auf Rad oder in die Bahn und ab auf die Arbeit. 8 Stunden Arbeit und wieder zurück. Und genau diese Zeit ist auch versichert. Über die Berufsgenossenschaft (Gesetzliche Unfallversicherung) ist jeder Arbeitnehmer pflichtversichert. Der Arbeitgeber muss dich bei der Berufsgenossenschaft anmelden, versichern und auch alleine die Beiträge entrichten. Da gibt es kein wenn und aber, es ist eine Pflichtversicherung.


Was leistet die Berufsgenossenschaft

Ok, du bist versichert. Und was übernimmt die Gesetzliche Unfallversicherung denn alles.

Voraussetzungen für Leistungsübernahme durch die Berufsgenossenschaft:

  • Wegeunfall; also der Weg zur Arbeit und der Weg zurück sind versichert. Aber Achtung. Es ist nur der direkte Weg versichert. Sobald du unterwegs anhältst um am Automaten Geld abzuheben, oder auf dem Markt frisches Gemüse zu kaufen, besteht ab diesem Zeitpunkt kein Versicherungsschutz mehr.
  • Arbeitsunfälle; alle Unfälle die auf der Arbeit passieren sind versichert.
  • Berufskrankheiten; durch Kontakt mit Stoffen können Allergien entstehen. Durch ständige einseitige Belastungen können Verschleiß und Abnutzung enstehen, die es dir nicht mehr möglich machen deinen Beruf auszuüben.

Welche Leistungen werden dann fällig?

  • Übernahme der Behandlungskosten nach einem Unfall
  • Übernahme von Reha Maßnahmen (Kuren)
  • Rentenzahlungen

Das Home Office

Wie sieht es aber im Home Office aus? Grundsätzlich erstmal genauso.

ABER, ein Unfall im Home Office muss die direkte Folge deiner beruflichen Tätigkeit sein. Das heißt, er muss bei deiner Arbeit passiert sein. Wenn du grundsätzlich im Homeoffice arbeitest und es in deinem Beruf anerkannte Berufskrankheiten gibt, dann ist auch das ein versicherter Baustein. Was nicht versichert ist, sind logischerweise Wegeunfälle. Vom Bett ins Büro ist zwar auch ein Wegeunfall, aber…weiter zum Punkt DAS PROBLEM


Das Problem

Und jetzt kommt die Schwierigkeit dabei. Es muss eindeutig nachgewiesen werden. EINDEUTIG! Nun bist im Home Office in der Regel allein. Es fallen also schon mal eventuelle Zeugen weg. Weiterhin sind alle Arbeitsvorschriften, die im Büro auf der Arbeit gelten, auch im Home Office einzuhalten. Dinge wie der richtige Abstand zum Bildschirm, die richtige Sitzhöhe, ausreichend Beleuchtung, Einhaltung der Pausen. All dies Dinge machen sehr schwierig, hier einen eindeutigen Nachweiss zu erbringen.


Praxisbeispiele

  1. Du holst dir in der Küchen eine Kaffee oder einen Tee. Das hat nichts mit deiner direkten Tätigkeit zu tun und ist nicht versichert. Wohingegen das Kaffee oder Tee holen im Büro in der Firma versichert ist. Im Home Office eben nicht.
  2. Du hast etwas ausgedruckt und der Drucker steht in einem anderen Zimmer. Auf dem Weg dorthin passiert etwas. Es ist sehr schwierig nachzuweisen, dass du zum Drucker wolltest und nicht zur Küche. Wenn du dann noch über den Teppich gestolpert bist, von dem deine Frau eh schon lang die Nase voll hat, du aber dachtest, der ist doch noch gut, dann hast du die Arbeitsschutzvorschriften nicht beachtet.
  3. Du gehst in der Mittagspause schnell zum Bäcker um die Ecke um dir etwas zu essen zu holen……du ahnst es schon: Nicht versichert.
  4. Alle privaten Tätigkeiten, die du mal schnell zwischendurch erledigt, sind natürlich auch nicht versichert.

Was kannst Du tun?

So, die BG will nicht zahlen. Welchen Möglichkeiten bleiben Dir. Ist es „nur“ ein Unfall, bei dem Arztkosten anfallen und du wieder vollständig gesund wirst, ist das nicht so tragisch. Dann übernimmt deine gesetzlichen Krankenversicherung die Kosten. Verdienst du über der Jahresarbeitentgeltgrenze und hast dich für die Private Krankenversicherung entschieden, leistet die natürlich auch.

Schwieriger wird es bei bleibenden Schäden oder gar dem kompletten Verlust der Arbeitskraft auf Dauer.

Du kannst du darüber nachdenken, eine private Unfallversicherung abzuschließen. Im Gegensatz zur Gesetzlichen Unfallversicherung leistet eine Private Unfallversicherung 24 Stunden am Tag und das sogar weltweit. Es spielt dann keine Rolle, ob du gerade arbeitest, zwischendurch schnell zu Bäcker düst oder du irgendwo auf dieser Welt Ski fahren bist. 24 Sunden weltweit! Du erhältst dann aus der privaten Unfallversicherung abhängig von einem festgestellten Invaliditätsgrad ein festgelegte einmalig Geldleistung. Wenn du die Unfallversicherung richtig abgeschlossen hast, sollten bei 100% Invalidität (z. Bsp. Blindheit) das 15- bis 20fache deines Jahresbruttoeinkommens als einmalige Leistung ausbezahlt werden.

Solltest du berufsunfähig werden, dann leistet die private Berufsunfähigkeitsversicherung, so denn du eine im Vorfeld abgeschlossen hast. Ab eine voraussichtlichen Dauer der Berufsunfähigkeit von 6 Monaten, wird dir eine vorher vereinbart monatliche Rente gezahlt. Wie du eine private Berufsunfähigkeitsversicherung richtig abschließt, kannst Du hier nachlesen und und hier nachhören.

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Zusammenfassung

Leistungen aus der Gesetzlichen Unfallversicherung im Home Office zu erhalten ist deutlich schwieriger als im Büro auf der Arbeit. Es müssen Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden und es muss eindeutig nachweisbar bei der Ausübung der Tätigkeit passiert sein.

Mit dem Abschluss einer privaten Unfallversicherung und eine privaten Berufsunfähigeitsversicherung bist du nicht auf Leistung der Berufsgenossenschaft angewiesen und die Absicherung ist um einiges besser.

Zumindest die private Berufsunfähigkeitsversicherung solltest unabhängig von Home Office eh haben.


Bitte bleib gesund – bitte bleib zu Hause – bitte vermeide soziale Kontakte – Bitte horte KEIN keine Klopapier