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Wohngebäude-Versicherung

Die Wohngebäudeversicherung – verständlich erklärt

Die Wohngebäudeversicherung ist für Hauseigentümer ein finanzielles Grundnahrungsmittel und somit eine PFLICHT. Hier gibt es keine zwei Meinungen!

Wenn das hier gelesen hast und das Video gesehen hast, weist, worauf du achten musst, wenn du eine Wohngebäudeversicherung abschließen willst.

Wenn sich der Himmel verdunkelt und ein Unwetter über dein Haus zieht, ist es schnell geschehen: Der Sturm deckt dein Dach ab oder umstürzende Bäume und herumfliegende Äste lassen die Fensterscheiben zerbersten. Zwei Fälle für die eine Wohngebäudeversicherung die Kosten für die entstandenen Schäden übernimmt.

In der verbundene Wohngebäudeversicherung ist deine Immobilie versichert, wenn folgenden Umstände die Ursachen für eine Schaden sind:

  • Feuer,
  • Leitungswasser
  • Sturm
  • Hagel
  • Einbruchdiebstahl
  • Vandalismus
  • Elementarschäden

Also wenn einer oder mehrere dieser 7 Punkte die Ursache für einen Schaden an deiner Immobilie sind, dann kommt die Wohngebäudeversicherung für die Kosten auf, als Reparatur, Beseitigung, Wiederaufbau und Neubau.

 

Achtung:  alles was lose im Haus steht ist nicht versichert. Das Gebäude selbst ist versichert und deshalb wird auch nur für Schäden geleistet, die am Gebäude selbst entstehen, oder an Teilen, die fest mit dem versicherten Haus verbunden sind.

Stell dir vor, du könntest dein Haus anheben! dreh es auf den Kopf, alles war rausfällt ist nicht versichert, alles was drin bleibt ist versichert.

Eine Sonderregelung ist hier eine Einbauküche.

Da ist es oft so, dass sie zum Hausrat gehört und nicht in der Wohngebäudeversicherung versichert ist. Es sei denn, sie ist speziell für dein Haus angefertigt und kann nicht ohne größere Veränderungen in einem anderen Haus aufgebaut werden. Dann wäre sie in der Wohngebäudeversicherung versichert.

Für alles das was rausfällt benötigst du eine Hausratversicherung.

Wer sollte eine Gebäudeversicherung abschließen?

Jeder der eine Immobilie, ein Haus, eine Eigentumswohnung, eine Firmengebäude, eine Fertigungshalle besitzt.

Im Gegensatz zur KFZ Haftpflichtversicherung besteht in Deutschland keine Pflicht für dich als Hausbesitzer eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen.

Die eigene Immobilie ist für die meisten Menschen die teuerste und größte Investition, die sie in ihrem Leben tätigen werden. Also auch die teuerste und größte Tragödie, wenn Sie zerstört wird. Tragödien mag keiner, deshalb ist es wichtig eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen.

Bei Eigentumswohnungen musst du dich nicht selbst die Wohngebäudeversicherung abschließen. Das läuft meist über die Hauseigentümergemeinschaft, welche dann die Wohngebäudeversicherung abschließt.

Als deine Großeltern in Deinem Alter waren, gab es nur die so genannten Feuerversicherung. Das war es teilweise Pflicht eine solche Versicherung abzuschließen.  Wenn du ein älteres Haus kaufst, kann es also vorkommen, dass es nur mit einer solch „alten“ Versicherung versichert ist. Hier rate ich dir schnell zu handeln und eine verbundene Wohngebäudeversicherung abschließen. Dann ist dein Haus auch gegen Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl, Vandalismus und Elementarschäden geschützt und nicht nur gegen Feuer.

Wie funktioniert nun so eine Wohngebäudeversicherung

Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Elementarschäden. Schäden, die dadurch am Haus entstehen, werden ersetzt.

Also am Dach, an der Heizung, an der komplette Wasserversorgung, aber auch an der Badewanne entstandene Schäden gehören dazu.

Gehen wir die einzelnen Gefahren durch:

Die Feuerversicherung ersetzt Schäden am Haus, die durch Brand, Blitzschlag, Explosion und Implosion entstehen. Aber auch Überspannungsschäden an der fest verbauten Elektroinstallation sind mitversichert.

WICHTIG ZU WISSEN: Rauchmelder ist Pflicht. Jedoch ist unklar, ob Versicherungen zukünftig im vollen Umfang leisten, wenn kein Rauchmelder installiert ist. Zu Deinem eigenen Schutz: installiere Rauchmelder!

Die Leitungswasserversicherung

Sie zahlt bei Schäden durch Leitungswasser (bestimmungswidrig ausgetreten – Versicherungsdeutsch), Frost- und anderen Bruchschäden. Falls also Frost die Leitungen im Haus zerbersten lässt, zahlt die Wohngebäudeversicherung. Aber nicht nur den Schaden an den Leitungen, sondern auch den Schaden, den das Wasser im Haus angerichtet hat und auch der Wert des verlorengegangenen Wassers wird ersetzt. Das Aufstellen von Trockungsgeräten und deren Stromverbrauch, alles das ist ebenfalls mitversichert.

 Die Sturmversicherung

ab Windstärke 8, das sind ca 63 km/h spricht man in der Versicherungsbranche von Sturm. Wenn dieser Sturm dein Dach ganz oder teilweise abdeckt leistet die Wohngebäudeversicherung. Auch wenn ein Baum umstürzt und dein Haus beschädigt, leistet die Wohngebäudeversicherung. Wenn es dann durch das abgedeckte Dach, oder durch die zerborstenen Fenster regnet, spricht man von Folgeschäden. Auch diese sind über die Sturmversicherung abgedeckt. Die Wohngebäudeversicherung kommt auch für Hagelschäden auf.

Die Einbruchversicherung

Die Wohngebäudeversicherung leistet auch, wenn Einbruchschäden vorliegen. Nicht, wenn der Fernseher gestohlen wird. Dafür ist die Hausratversicherung zuständig. Aber für die aufgebrochene Tür, das eingeschlagene Fenster, dafür spring die Wohngebäudeversicherung ein.  Auch für Vandalismusschäden, z.B. die Entfernung von Graffiti leistet die Wohngebäudeversicherung.  

Die Elementargefahrenversicherung

Was sind Elementarschäden überhaupt. In der Wohngebäudeversicherung werden Elementarschäden folgendermaßen definiert: Sind Schäden am Gebäude durch

  • Überschwemmung des Versicherungsortes
  • Erdbeben
  • Erdfall
  • Erdrutsch
  • Lawinen / Dachlawinen
  • Schneedruck
  • Rückstau
  • Vulkanausbruch

entstanden, sind diese über die Elementargefahrenversicherung abgedeckt. Naturkatastrophen und Unwetter treten häufiger und heftiger auf. Hier empfehle ich Dir unbedingt meinen Blockartikel Wohngebäudeversicherung – Mehrheit der Gebäude nicht gegen Elementarschäden versichert

Tarifbezogene Versicherungsbausteine – was kannst Du zusätzlich versichern

Viele Versicherungen, viele Tarife.

Schäden durch Flugkörper, Fahrzeuganprall, umgestürzte Bäume auf deinem Grundstück, Rauch und Brandstiftung können enthalten sein. Du solltest deshalb auch genau prüfen, welche Risiken in deiner Wohnregion eventuell eintreten könnten oder in der Vergangenheit öfters eingetreten sind und deinen Wohngebäudetarif entsprechend wählen. Es gibt Tarife, in denen sind Sengschäden mitversichert.

Feuer- und Nutzwärmeschäden: hast Du einen Kamin, sollte dieser Punkt mitversichert sein.

Grobe Fahrlässigkeit- so wichtig, dass sie einen eigenen Abschnitt bekommt!

Niemals, niemals einen Tarif wählen, der die grobe Fahrlässigkeit ausschließt!

Du vergisst im Winter genügend zu heizen und in Folge zerplatzt ein Wasserrohr.

Du verlässt das Haus oder das Zimmer und hast die Kerze brennen lassen – das Haus brennt bis auf die Grundmauern ab. Das alles ist grob fahrlässig. Du öffnest der Versicherung Tür und Tor dir immer eine Teilschuld wegen grober Fahrlässigkeit anzulasten, wenn du auf den Einschluss verzichtest.

Keine Wohngebäudeversicherung ohne den Verzicht der Leistungskürzung bei grober Fahrlässigkeit.

Was ist nicht versichert?

  • Wasser – Die Leitungswasserversicherung in der Wohngebäudeversicherung kommt nicht auf für Schäden an nicht bezugsfertigen Gebäuden oder wegen Umbauarbeiten nicht benutzbaren Gebäuden. Außerdem sind Witterungsniederschläge, Schäden durch Erdfall (Elementarschaden). Für entstandene Schäden durch Grundwasser und Hochwasser (Elementarschäden) kommt die Leitungswasserschadenversicherung ebenfalls nicht auf.

Plansch- oder Reinigungswasserschäden kannst du auch nicht versichern.

  • Brand –Die Wohngebäudeversicherung springt nicht für Überspannungsschäden ein, deren Ursache nicht ein Blitzeinschlag war.
  • Sturmstärke – Die Sturmversicherung zahlt nicht, wenn sich die Schäden bei einer Sturmstärkeunter 8 ereignet haben. Auch werden Schäden an nicht bezugsfertigen Gebäuden oder wegen Umbauarbeiten nicht benutzbare Gebäude nicht ersetzt.
  • Feuerrohbauversicherung Vom ersten Spatenstich bis zum Einzug leistet eine Wohngebäudeversicherung nicht. Du muss hier eine Feuerrohbauversicherung davor schalten. Dies wandelt sich am Tag des Einzugs automatisch in die Wohngebäudeversicherung um. Das Datum des Einzugs wird vorher festgelegt, kann aber bei Verzögerung geändert werden. Schließt du die Feuerrohbauversicherung und die Wohngebäudeversicherung beim gleichen Versicherer ab, ist die Feuerrohbauversicherung oft kostenlos.
  • Krieg – Kriegsschäden oder Folgen von innerer Unruhe ersetzt die Versicherung ebenfalls nicht.

 

Welche Versicherungssumme benötigst du und wie berechnest du diese?

In der Wohngebäudeversicherung ist der Neuwert deines Hauses versichert.

Neuwert: Was kostet es ein Haus gleicher Größe und mit gleicher Ausstattung nach heutigen Standards und Bauvorschriften wiederaufzubauen.

  • Wohnflächentarif – Beim so genannten Wohnflächentarif bezieht sich die Versicherungssumme auf die Größe des Hauses und die vorhandene Ausstattung. Kommt es zum Versicherungsfall, zahlt die Versicherung dann die Kosten in Höhe des ortsüblichen Neubauwerts. Dabei gibt eskeine Versicherungssumme, sondern eine Höchstentschädigungsgrenze. Diese wird allerdings nicht an die Entwicklung der Baukosten angepasst. Dadurch kann es sein, dass du Jahre nach dem Bau des Hauses durch gestiegene Baukosten unterversichert bist.

Fazit: veraltete Methode und nicht zu empfehlen.

  • Wertgutachten– Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein Gutachter den Wert des Gebäudes schätzt. Das kann jedoch sehr teuer werden. Außerdem bezieht sich dieses Gutachten oft auf den Verkehrswert des Gebäudes. Wichtiger sind aber die Kosten für den 

Fazit: Zu teuer und nicht zu empfehlen.

  • Gleitender Neuwert– Durch den so genannten gleitenden Neuwert ist die Versicherungssumme bei der Gebäudeversicherung an die Wertentwicklung des Gebäudes angepasst. Dieser arbeitet mit dem fiktiven Wert 1914. Das ist der Preis (in Mark), den der Bau des Hauses 1914 theoretisch gekostet hätte. Dieser wird errechnet, indem der Neuwert des Hauses durch den sogenannten Baupreisindex geteilt wird. Die Versicherungssumme wird dadurch jährlich angepasst. Nur so kommt die Versicherung auch Jahre nach dem Bau für den kompletten Neubau des Hauses im ursprünglichen Zustand auf. Diese Art des Abschlusses wäre also empfehlenswert, so wirst du nie unterversichert sein.

Ein Unterversicherungsverzicht kann hier hilfreich sein. Hierbei verzichtet der Versicherer darauf, im Schadensfall überhaupt geltend zu machen, dass du unterversichert sein könntest. Daher ebenfalls wirklich sinnvoll.

Fazit: wird ständig automatisch angepasst und absolut empfehlenswert.

Was kostet eine Gebäudeversicherung?

Das wäre genial, jetzt hier einen Festpreis oder zumindest eine Preispanne nennen zu können.

Es spielen aber zu viele Faktoren eine Rolle:

  • Das Alter und die Größe des Hauses
  • Die Art der Nutzung
  • Der Standort
  • Die Tarifwahl
  • Die Bauart des Hauses

Auch bei der Wohngebäudeversicherung gilt: Überprüfe sie regelmäßig. Überprüfe aber zuerst ob es wichtige Leistungsverbesserungen gibt.  Informiere dich über die Schadensregulierungsquote des Versicherers. Die Geiz-ist-geil-Methode könnte sich als Nachteil erweisen. Der Preisvergleich sollte der letzte Punkt sein, den du prüfst.

Es hat sicherlich Gründe, warum ein Tarif sehr billig ist. Und dieser Grund ist fast immer in den Leistungen begründet.

Vor allem wenn dein Tarif schon sehr alt ist, kann es sein, dass dieser sehr lückenhaft. Also auch hier gilt: Vergleichen und eventuell wechseln!

Das bezahlt die Versicherung

Die Wohngebäudeversicherung kommt für Instandsetzung, Reparatur, Wiederaufbau und Neubau deines Hauses auf. Im Top Tarif werden die Kosten für die Schuttbeseitigung, die Aufräumarbeiten und den Abbruch des Hauses ebenfalls übernommen. Das kann schnell fünfstellig werden. Daher ist dieser Baustein ebenfalls ein must-have.  

Wichtiger Baustein: Die Übernachtung im Hotel, falls das Haus, z.B. durch Schimmel oder Feuer unbewohnbar ist. Bist du Vermieter, solltest du auf Ersatz der Mietausfälle achten. 

Auch du hast Pflichten: 

Melden macht frei und belastet den Vorgesetzten. Handle stets nach diesem Motto. Änderungen immer deinem Vermögensberater schriftlich mitteilen. Am besten setzt Du die Versicherung ins cc.

Änderungen können sein:

  • Ausbau des Kellers oder Dachbodens zu Wohnzwecken
  • Anbauten
  • Änderung der Nutzungsart (privat oder gewerblich)

Verhalten im Schadensfall?

Hier gilt das gleich wie bei allen anderen Versicherungen:

  1. Schadensbegrenzung betreiben (aber ohne Dich selbst zu gefährden)
  2. Dokumentieren mit Fotos, Videos, Rechnungen, Quittungen, Belegen, Gutachten. Egal ob Parkquittung, Bahnticket, Rechnungen von Handwerkern ect.
  3. Fertige einen schriftlichen Bericht an. Hast Du Zeugen – perfekt!
  4. Reparaturen erst durchführen, wenn das OK vom Versicherer da ist. Ganz wichtig!!
  5. Entsorge beschädigte Teile erst dann, wenn der Schaden vollständig behoben und vom Versicherer zu deiner Zufriedenheit ersetzt wurde.

Im Schadensfall kommt es mit der Wohngebäudeversicherung immer wieder zu Streit über die Regulierung. Je nach Höhe des Schadens, wird der Versicherer einen eigenen Gutachter vorbei schicken. Dem musst du Zugang zur Wohnung gewähren.

Jetzt nochmal für den Schnellleser:

  • Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden am Haus ab, die durch Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser entstehen. Sie ist für Hausbesitzer ein absolutes Muss. Sie zahlt die Kosten für Reparatur oder Wiederaufbau des Hauses.
  • Elementarschäden wie Überschwemmungen oder Erdrutschen musst Du extra mitversichern. Deutschland ist in Gefahrenzonen eingeteilt. Schau ob Dein Haus in einer dieser Gefahrenzone steht.
  • Preise und Leistungen unterscheiden sich bei Wohngebäudeversicherungen deutlich. Prüfe genau was Du zwingend in deinem Tarif enthalten haben willst.
  • Überprüfe deine Wohngebäudeversicherung regelmäßig, ob der Schutz noch zeitgemäß ist oder ob Veränderungen am Haus eine Anpassung Deiner Wohngebäudeversicherung notwendig machen.